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Der kleine Biber lernt bauen

Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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An einem klaren Bach, mitten im Wald, lebte eine Biberfamilie. Der kleine Biber Balu bewunderte seinen Papa, der die schönsten und stärksten Dämme bauen konnte. „Eines Tages baue ich auch so einen tollen Damm“, sagte Balu voller Stolz. „Vielleicht sogar heute schon!“ Papa Biber lächelte. „Das Dammbauen will gelernt sein, mein Sohn. Aber ich helfe dir gern dabei.“

Balu konnte es kaum erwarten. Er schwamm los, sammelte ein paar Äste und legte sie quer in den Bach. Doch kaum hatte er sie hingelegt, kam die Strömung und schwemmte sie alle wieder fort. „Hey!“, rief Balu enttäuscht. „Das soll doch ein Damm werden!“ Er versuchte es noch einmal, doch wieder trieben die Äste davon. Balu wurde ungeduldig.

„Es klappt einfach nicht!“, schimpfte er und plumpste frustriert ins Wasser. „Ich kann das nicht.“ Papa Biber schwamm heran. „Nur die Ruhe, Balu“, sagte er sanft. „Ein guter Damm entsteht nicht in einer Minute. Schau, der Trick ist, die Äste richtig zu verkeilen, damit das Wasser sie nicht fortspülen kann. Komm, ich zeig es dir Schritt für Schritt.“

Papa zeigte Balu, wie man die ersten dicken Äste fest zwischen zwei Steinen verkeilte, sodass sie hielten. „Siehst du? Diese hier bleiben liegen, weil sie gut verankert sind. Und an diese legst du nun die nächsten an.“ Balu schaute genau zu und versuchte es nach. Vorsichtig verkeilte er einen Ast zwischen den Steinen – und diesmal blieb er liegen! „Er hält!“, jubelte Balu.

„Sehr gut!“, lobte Papa. „Und jetzt immer weiter, ein Ast nach dem anderen.“ Balu arbeitete fleißig. Er holte Äste und Zweige, verkeilte sie sorgfältig und stopfte die Lücken mit Schlamm und Blättern. Es war anstrengend, und manchmal rutschte doch noch ein Ast weg. Aber Balu gab nicht mehr so schnell auf. Geduldig legte er ihn einfach wieder zurecht.

Mit jedem Ast wuchs der kleine Damm ein Stückchen. Balu merkte, wie das Wasser sich langsam an seinem Bauwerk staute. „Schau, Papa, das Wasser bleibt stehen!“, rief er begeistert. „Genau“, sagte Papa stolz. „Du machst das großartig. Siehst du, wie viel du schon geschafft hast, seit du nicht mehr aufgegeben hast?“ Balu strahlte und arbeitete mit neuem Eifer weiter.

Den ganzen Tag baute Balu an seinem Damm. Und als die Sonne tief stand, war es geschafft: Ein kleiner, aber fester Damm spannte sich über den Bach und staute ein ruhiges, glitzerndes Teichlein auf. „Ich hab es geschafft!“, jubelte Balu und konnte es kaum glauben. „Mein erster eigener Damm!“ Papa Biber legte stolz einen Arm um ihn. „Und was für ein schöner“, sagte er.

„Am Anfang dachte ich, ich kann es nie“, sagte Balu nachdenklich. „Aber dann habe ich es Schritt für Schritt versucht, und auf einmal ging es doch.“ Papa nickte. „So ist es mit allem, was man lernen will. Mit Geduld und Übung schafft man am Ende auch das Schwerste. Darauf darfst du sehr stolz sein.“ Balu betrachtete glücklich sein Werk.

Am Abend, müde von der vielen Arbeit, kuschelte sich Balu in den warmen Biberbau, dicht bei seiner Familie. Durch den Eingang hörte er das leise Plätschern seines eigenen kleinen Damms. „Morgen baue ich ihn noch ein Stückchen größer“, dachte er stolz und gähnte. Die Sterne spiegelten sich im ruhigen Teich, der Wald wurde still, und stolz auf sein Werk schlief der kleine Biber Balu zufrieden ein. Schlaf gut, Balu. Gute Nacht.