Im warmen, grünen Dschungel, wo die hohen Bäume bis zum Himmel ragten, lebte ein kleiner Affe namens Coco. Coco hatte ein weiches, braunes Fell und einen langen Schwanz, mit dem er sich überall festhalten konnte. Die anderen Affen schwangen sich an den langen Lianen von Baum zu Baum, lachten und juchzten dabei. Coco aber saß lieber unten und schaute nur zu.
„Komm doch rauf, Coco!“, riefen seine Freunde von oben. „Schwingen macht so viel Spaß!“ Coco schaute zu den Lianen hinauf, die hoch über dem Boden hin und her schwangen. Sein Bauch zog sich zusammen. „Was, wenn ich loslasse und falle?“, dachte er ängstlich. „Nein danke“, rief er zurück. „Ich bleib lieber hier unten.“
Am Abend erzählte Coco seiner Mama von seiner Angst. „Alle können schwingen, nur ich nicht“, sagte er traurig. Mama Affe nahm ihn in den Arm. „Weißt du, Coco“, sagte sie sanft, „jeder Affe hatte am Anfang Angst vor den Lianen. Auch ich. Aber man muss nicht gleich von ganz oben schwingen. Man fängt ganz klein an, und der Mut wächst mit jedem Schwung.“
Am nächsten Morgen kam Cocos beste Freundin Mira zu ihm. „Ich helfe dir“, sagte sie. „Wir fangen mit der niedrigsten Liane an, die ganz nah am Boden hängt. Wenn du loslässt, fällst du nur ins weiche Moos. Das tut gar nicht weh.“ Coco schaute auf die niedrige Liane. Sie hing wirklich nur ein kleines Stück über dem weichen, grünen Boden.
„Na gut“, sagte Coco zögernd. „Das versuche ich.“ Er griff die Liane mit beiden Händen, holte tief Luft und ließ sich vorsichtig schwingen. Hin – und her. Und dann ließ er los und plumpste weich ins Moos. „Das war ja gar nicht schlimm!“, rief er überrascht und sprang wieder auf. „Im Gegenteil – das hat Spaß gemacht!“
„Siehst du?“, jubelte Mira. „Und jetzt nehmen wir eine Liane, die ein kleines bisschen höher hängt.“ Coco nickte mutig. Schwung für Schwung, Liane für Liane wagte er sich höher hinauf. Jedes Mal hatte er ein bisschen Kribbeln im Bauch, aber jedes Mal merkte er auch: Er konnte es. Sein langer Schwanz half ihm, das Gleichgewicht zu halten.
Schließlich stand Coco hoch oben auf einem dicken Ast, neben den größten Affen. Vor ihm hing die lange Liane, an der sich alle von Baum zu Baum schwangen. Sein Herz klopfte, aber diesmal lächelte er. „Ich schaff das“, sagte er fest. Er packte die Liane, stieß sich ab – und flog in einem großen, herrlichen Bogen durch die Luft zum nächsten Baum.
„Juchu!“, jubelte Coco, als er sicher auf dem anderen Ast landete. „Ich kann schwingen! Ich kann wirklich schwingen!“ Alle Affen klatschten und juchzten. Mira umarmte ihn stolz. „Ich wusste, dass du es schaffst“, sagte sie. „Du musstest nur klein anfangen.“ Coco strahlte über das ganze Gesicht. Den ganzen Tag schwang er nun fröhlich durch die Baumkronen.
Am Abend, müde und glücklich, kuschelte sich Coco an seine Mama hoch oben in den weichen Blätternestern. „Heute habe ich mich getraut“, sagte er stolz und gähnte. „Und morgen schwinge ich noch viel weiter.“ Mama lächelte. Der warme Dschungelwind wiegte die Äste sanft, die Sterne funkelten über den Wipfeln, und stolz auf seinen Mut schlief der kleine Affe Coco zufrieden ein. Schlaf gut, Coco. Gute Nacht.
