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Der Igel, der sich nicht einrollen wollte

Selbstvertrauenab 3 4 Min.
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Im Garten unter einer alten Hecke lebte ein kleiner Igel namens Pieks. Pieks hatte ein Problem mit seinen Stacheln. „Andere Tiere sind so weich und glatt“, seufzte er. „Der Hase hat weiches Fell, die Maus ist flauschig. Nur ich bin überall stachelig.“ Am liebsten hätte sich Pieks die Stacheln weggewünscht.

Besonders störte es Pieks, dass er sich bei Gefahr immer einrollte. „Das sieht doch albern aus“, dachte er. „Wie eine kleine, stachelige Kugel.“ Er beschloss, das nicht mehr zu tun. „Ich übe, gerade und glatt zu bleiben, dann bin ich wie die anderen.“ Und so versuchte Pieks, sich nicht mehr einzurollen, egal was passierte.

Pieks übte und übte, gerade zu bleiben. Es fiel ihm schwer, denn das Einrollen war für einen Igel ganz natürlich. „Ich will aber nicht stachelig und rund sein“, sagte er stur und streckte sich, so gut er konnte. Die anderen Tiere wunderten sich über den kleinen Igel, der partout nicht so sein wollte, wie er war.

Eines Tages, als Pieks gerade durch den Garten tapste und sich brav nicht einrollte, näherte sich ein großer Fuchs. „Oh oh“, dachte Pieks erschrocken. Sein Igel-Instinkt sagte ihm: Roll dich ein! Doch Pieks hatte sich ja vorgenommen, das nicht zu tun. Unsicher blieb er gerade stehen – und der Fuchs kam immer näher.

Im letzten Moment siegte Pieks' Instinkt. Blitzschnell rollte er sich zu einer festen, stacheligen Kugel zusammen. Der Fuchs schnupperte an ihm, doch überall pikten ihn die scharfen Stacheln. „Autsch!“, machte der Fuchs und zog schnell die Nase zurück. Er konnte den stacheligen Pieks nicht packen und trollte sich enttäuscht davon.

Vorsichtig rollte sich Pieks wieder aus. Sein Herz klopfte, aber er war unversehrt. „Meine Stacheln und das Einrollen haben mich gerettet!“, begriff er staunend. „Wäre ich gerade geblieben, hätte mich der Fuchs gefangen.“ Auf einmal sah Pieks seine Stacheln mit ganz anderen Augen – als wunderbaren Schutz.

Die weise alte Kröte hatte alles gesehen. „Siehst du, kleiner Pieks“, sagte sie. „Deine Stacheln sind kein Makel. Sie sind dein Schutz und machen dich zu etwas ganz Besonderem. Kein anderes Tier kann sich so gut verteidigen wie du.“ Pieks nickte. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin – stachelig und rund.“

Von da an war Pieks stolz auf seine Stacheln und sein Einrollen. Am Abend rollte er sich gemütlich zu einer warmen Kugel zusammen, sicher und geschützt unter seiner Hecke. „Meine Stacheln gehören zu mir“, dachte er zufrieden, „und das ist gut so.“ Geborgen und glücklich schlief der kleine Igel ein. Schlaf gut, kleiner Pieks.