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Der hilfsbereite Kobold

Freundschaft · Dankbarkeitab 5 4 Min.
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Tief im Wald lebte ein kleiner Kobold namens Flink, der ein ganz besonderes Geheimnis hatte: Jede Nacht, wenn alle Tiere schliefen, half er ihnen heimlich. Er räumte die verstreuten Nüsse der Eichhörnchen zu ordentlichen Häufchen, flickte die löchrigen Vogelnester und legte den Igeln frisches Laub fürs Bett zurecht. Niemand wusste, wer der heimliche Helfer war.

Am Morgen staunten die Waldtiere immer wieder. „Wer hat denn meine Nüsse so schön aufgeräumt?“, wunderte sich das Eichhörnchen. „Und wer hat mein Nest geflickt?“, fragte der Vogel. „Es muss ein guter Geist sein“, sagten sie. Flink aber lächelte heimlich und sagte nichts. Es machte ihm einfach Freude, anderen zu helfen, ganz ohne dafür gelobt zu werden.

Flink half und half, Nacht für Nacht, und kümmerte sich rührend um alle Waldtiere. Doch dabei vergaß er manchmal, auch auf sich selbst aufzupassen. Eines kalten Herbstabends, als Flink gerade einem Maulwurf den Eingang freigeräumt hatte, rutschte er aus und verstauchte sich den Fuß. „Au!“, rief er. Er konnte nicht mehr laufen und saß hilflos im kalten Wald fest.

„Oh nein“, dachte Flink. „Jetzt brauche ich selbst Hilfe. Aber niemand weiß, dass ich der heimliche Helfer bin. Niemand wird mich vermissen.“ Es wurde kalt und dunkel, und Flink fröstelte. Zum ersten Mal war er auf die Hilfe anderer angewiesen – doch er hatte sein Helfen ja immer geheim gehalten.

Doch da hatten die Waldtiere mehr bemerkt, als Flink dachte. Die kluge alte Eule hatte ihn schon längst einmal bei seinem nächtlichen Helfen beobachtet und es den anderen erzählt. Als Flink an diesem Abend nicht zu sehen war, machten sich die Tiere Sorgen. „Unser heimlicher Helfer ist verschwunden“, sagten sie. „Wir müssen ihn suchen!“

Und so schwärmten die Waldtiere aus, um Flink zu suchen. Das Eichhörnchen, der Vogel, der Igel und der Maulwurf – alle, denen Flink schon geholfen hatte. Bald fanden sie ihn, frierend und mit verstauchtem Fuß. „Da bist du ja!“, riefen sie erleichtert. „Du bist also unser heimlicher Helfer! Jetzt sind wir für dich da!“

Die Tiere wärmten Flink mit weichem Moos, der Maulwurf trug ihn vorsichtig nach Hause, und das Eichhörnchen brachte ihm leckere Nüsse. Sie umsorgten ihn, bis sein Fuß wieder heil war. „Aber … warum helft ihr mir alle?“, fragte Flink gerührt. „Weil du immer heimlich für uns da warst“, sagten die Tiere. „Jetzt sind wir an der Reihe, dir zu helfen.“

Flink war zu Tränen gerührt. „Ich dachte, niemand wüsste von meinem Helfen“, sagte er. „Wir haben es gewusst“, sagte die Eule lächelnd, „und wir sind dir alle dankbar. Wer anderen Gutes tut, dem wird auch Gutes getan.“ Flink lernte, dass es keine Schwäche war, auch einmal selbst Hilfe anzunehmen.

Am Abend, umsorgt von all seinen dankbaren Freunden, kuschelte sich Flink in sein weiches Moosbett, der Fuß schon viel besser. „Wer hilft, dem wird geholfen“, dachte er glücklich und dankbar. Der Mond schien durch die Blätter, der Wald rauschte leise, und mit einem warmen Herzen voller Freundschaft schlief der hilfsbereite Kobold Flink zufrieden ein. Schlaf gut, Flink. Gute Nacht.