Der kleine Fuchs Flitz hatte einen ganzen Vormittag damit verbracht, die süßesten Walderdbeeren zu sammeln. Stolz trug er einen großen Haufen davon zu seinem Lieblingsplatz unter der alten Eiche. „Die sind alle für mich“, freute sich Flitz und leckte sich die Schnauze. „Die teile ich mit niemandem.“ Er setzte sich hin und wollte gerade anfangen zu schmausen.
Da kam sein Freund, das kleine Eichhörnchen Nucki, vorbei. Es sah müde und hungrig aus. „Hallo Flitz“, sagte Nucki. „Oh, was für schöne Erdbeeren! Ich habe heute noch gar nichts gefunden, und mein Bauch knurrt so. Würdest du mir vielleicht ein paar abgeben?“ Flitz zögerte und schob seinen Beerenhaufen ein Stück von Nucki weg.
„Aber ich habe sie doch alle selbst gesammelt“, sagte Flitz. „Wenn ich teile, habe ich weniger.“ Einen Moment lang wollte er Nucki einfach wegschicken. Doch dann sah er, wie hungrig und traurig das kleine Eichhörnchen aussah, und wie es sehnsüchtig auf die roten Beeren schaute. Flitz dachte daran, wie schlecht es ihm selbst ginge, wenn er so hungrig wäre.
„Weißt du was?“, sagte Flitz und schob den Beerenhaufen wieder zurück. „Komm her, Nucki. Ich habe so viele Erdbeeren gesammelt, dass ich sie allein gar nicht alle essen kann. Lass uns teilen.“ Nuckis Augen leuchteten. „Wirklich? Oh, danke, Flitz!“ Gemeinsam setzten sie sich unter die Eiche und ließen sich die süßen Erdbeeren schmecken.
Und Flitz bemerkte etwas Schönes: Die Erdbeeren schmeckten ihm mit Nucki an seiner Seite viel besser als allein. Sie lachten zusammen, erzählten sich Geschichten und hatten eine wunderbare Zeit. „Das ist viel netter als allein zu fressen“, sagte Flitz überrascht. „Ich dachte, Teilen macht mich ärmer. Aber jetzt habe ich Gesellschaft und einen fröhlichen Freund.“
„Geteilte Beeren schmecken eben am besten“, sagte Nucki mit vollen Backen. „Danke, dass du so großzügig bist, Flitz.“ Flitz fühlte sich richtig gut. Das warme Gefühl, jemandem geholfen und Freude bereitet zu haben, war schöner als der größte Beerenhaufen der Welt. „Ich teile von jetzt an immer“, beschloss er.
Und tatsächlich – am nächsten Tag half Nucki Flitz beim Sammeln, und sie fanden gemeinsam doppelt so viele Beeren wie zuvor. „Siehst du?“, lachte Nucki. „Zu zweit findet man mehr. Teilen lohnt sich gleich doppelt.“ Flitz nickte glücklich. Er hatte einen guten Freund gewonnen und gelernt, dass Großzügigkeit das Herz reich macht.
Von da an war Flitz der großzügigste Fuchs im ganzen Wald. Wenn er etwas Schönes fand, teilte er es gern, und nie wieder fraß er allein unter seiner Eiche. „Geteilte Freude ist die schönste Freude“, sagte er oft, und alle Tiere mochten ihn dafür.
Am Abend, satt und zufrieden, kuschelte sich Flitz in seinen warmen Bau. „Heute habe ich gelernt zu teilen“, dachte er glücklich, „und es hat sich so gut angefühlt.“ Die Sterne funkelten über dem Wald, ein milder Wind strich durch die Blätter, und mit einem warmen, großzügigen Herzen schlief der kleine Fuchs Flitz zufrieden ein. Schlaf gut, Flitz. Gute Nacht.
