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Der Frosch, der König sein wollte

Gefühle (Wut/Angst) · Freundschaftab 5 4 Min.
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Am großen Teich lebte ein Frosch namens Quax, der ein bisschen eingebildet war. Quax hatte die lauteste Stimme von allen, und wenn er quakte, hallte es über den ganzen Teich. „Hört, wie laut ich bin!“, rief er stolz. „Ich bin der Größte und Wichtigste hier. Eigentlich sollte ich König des Teiches sein!“

Quax begann, sich wie ein König aufzuführen. Er setzte sich auf das größte Seerosenblatt und befahl den anderen Tieren herum. „Bring mir die dicksten Fliegen!“, rief er der Libelle zu. „Macht Platz für den König!“, quakte er den Enten zu. Die anderen Tiere schüttelten die Köpfe. „So ein eingebildeter Frosch“, seufzten sie.

Eines Tages wollte Quax allen beweisen, wie großartig er war. „Ich springe weiter als jedes andere Tier!“, prahlte er. „Schaut nur zu!“ Er nahm gewaltigen Anlauf und sprang – doch er hatte sich überschätzt. Statt elegant zu landen, platschte er kopfüber in den Schlamm und blieb stecken. „Hilfe!“, quakte er. „Ich komme nicht raus!“

Quax zappelte und strampelte, doch je mehr er sich anstrengte, desto tiefer sank er in den Schlamm. „So ein König wie ich braucht keine Hilfe“, dachte er erst stolz. Doch bald merkte er, dass er allein nicht herauskam. Beschämt rief er leise: „Könnte mir … vielleicht jemand helfen?“

Da kamen die anderen Tiere – die Enten, die Libelle, sogar die kleinen Kaulquappen, die er immer herumkommandiert hatte. Gemeinsam zogen und schoben sie, bis Quax endlich aus dem Schlamm befreit war. „Danke“, sagte Quax kleinlaut, ganz schlammverschmiert und gar nicht mehr königlich. „Ihr habt mir geholfen, obwohl ich so gemein zu euch war.“

„Natürlich helfen wir dir“, sagte die alte Ente freundlich. „Am Teich helfen wir uns alle gegenseitig. Niemand ist wichtiger als der andere – wir sind alle gleich viel wert.“ Quax wurde ganz nachdenklich. Er hatte sich für etwas Besseres gehalten, dabei brauchte er die anderen genauso wie sie ihn.

„Es tut mir leid“, sagte Quax. „Ich war eingebildet und habe euch herumkommandiert. Dabei seid ihr alle wunderbar, und ich bin gar nicht wichtiger als ihr.“ Von da an war Quax kein angeberischer Möchtegern-König mehr, sondern ein freundlicher Frosch, der mithalf und teilte. Und die anderen Tiere mochten ihn nun viel lieber.

Am Abend saß Quax bescheiden auf einem ganz normalen Seerosenblatt, mitten unter seinen Freunden, und quakte fröhlich mit ihnen im Chor. „Es ist viel schöner, einer von vielen zu sein, als allein König“, dachte er zufrieden. Sanft gewiegt vom Teich, schlief der Frosch glücklich ein. Schlaf gut, kleiner Quax.