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Der Drache und der Schatz der Geduld

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 7 5 Min.
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In einer Höhle hoch im Drachengebirge lebte ein junger Drache namens Glut. Glut wollte unbedingt so mächtiges Feuer speien können wie die großen Drachen, die ganze Berge erleuchteten. Doch wenn Glut es versuchte, kam nur ein kleines Flämmchen heraus. „Das dauert mir alles viel zu lange!“, schimpfte er ungeduldig.

Glut strengte sich an, pustete und blies mit aller Kraft – doch je wütender und ungeduldiger er wurde, desto kleiner wurde sein Flämmchen. „Warum geht das nicht schneller?“, brüllte er frustriert und stampfte mit dem Fuß. „Ich will jetzt großes Feuer speien, nicht erst in hundert Jahren!“

Der weise alte Drache Brann beobachtete den jungen Glut. „Komm einmal her, junger Drache“, sagte er ruhig. „Ich sehe, du willst alles sofort. Aber das große Feuer wächst nicht durch Wut und Eile. Es wächst durch Geduld und Übung – langsam, Tag für Tag, wie ein Baum, der in den Himmel wächst.“

„Aber Geduld ist so langweilig“, brummte Glut. Brann lächelte. „Komm, ich zeige dir etwas.“ Er führte Glut zu einem winzigen Funken in einer Felsspalte. „Dieser Funke kann ein gewaltiges Feuer werden – aber nur, wenn man ihn geduldig nährt und pflegt. Wer ihn anbrüllt und drängt, löscht ihn aus. Wer ihn behutsam und beständig hütet, lässt ihn wachsen.“

Glut verstand langsam. Jeden Tag übte er nun ein kleines bisschen – nicht mit Wut, sondern ruhig und geduldig. Er pustete sanft, atmete tief und ließ sein Flämmchen jeden Tag ein winziges Stück größer werden. Manchmal fiel ihm die Geduld schwer, doch er dachte an Branns Worte und gab nicht auf.

Tag für Tag, ganz langsam, wuchs Gluts Feuer. Aus dem kleinen Flämmchen wurde eine kleine Flamme, dann eine größere, dann eine richtig kräftige. Glut merkte gar nicht, wie sehr er Fortschritte machte, weil es so allmählich geschah. Doch eines Tages, als er ausatmete, loderte plötzlich ein gewaltiges, prächtiges Feuer aus seinem Maul.

„Ich kann es!“, jubelte Glut und konnte es kaum glauben. „Ich speie großes Feuer!“ Brann nickte stolz. „Siehst du? Nicht die Eile, sondern die Geduld hat dich stark gemacht. Der größte Schatz ist die Geduld, denn mit ihr wächst alles, was wirklich groß werden soll.“ Glut hatte eine wichtige Lektion gelernt.

Am Abend, müde von der Übung, aber überglücklich, rollte sich Glut in seiner Höhle zusammen, ein warmes Feuer noch in seinem Bauch. „Gut Ding will Weile haben“, dachte er zufrieden. Stolz auf das, was er sich geduldig erarbeitet hatte, schlief der junge Drache zufrieden ein. Schlaf gut, kleiner Glut.