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Der Bär und die Honigbienen

Freundschaft · Dankbarkeitab 5 4 Min.
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Im Wald lebte ein kleiner Bär namens Benno, der Honig über alles liebte. Eines Tages entdeckte er hoch in einem Baum einen Bienenstock, aus dem es herrlich nach süßem Honig duftete. „Den will ich haben!“, brummte Benno und kletterte hinauf, um sich den Honig einfach zu nehmen.

Doch kaum streckte Benno seine Pfote nach dem Bienenstock aus, schwirrten die Bienen aufgeregt heraus. „Summ, summ! Lass unseren Honig in Ruhe!“, riefen sie und verteidigten ihren Stock. Benno erschrak und kletterte schnell wieder hinunter. „Geizige Bienen“, schimpfte er. „Ich wollte doch nur ein bisschen Honig.“

Benno versuchte es am nächsten Tag wieder, und wieder verjagten ihn die Bienen. Egal, wie sehr er sich bemühte, mit Gewalt kam er nicht an den Honig. Frustriert setzte er sich unter den Baum. „Ich werde wohl nie an den Honig kommen“, seufzte er. Da kam eine weise alte Eule vorbei.

„Warum so betrübt, kleiner Bär?“, fragte die Eule. „Die Bienen geben mir keinen Honig“, klagte Benno. „Ich habe es immer wieder versucht, sie wegzuscheuchen, aber sie lassen mich nicht ran.“ Die Eule schmunzelte. „Vielleicht versuchst du es falsch herum, Benno. Mit Wegscheuchen erreichst du nichts. Versuch es doch einmal mit Freundlichkeit.“

„Mit Freundlichkeit?“, fragte Benno verwundert. „Ja“, sagte die Eule. „Die Bienen sammeln ihren Nektar von den Blumen. Hilf ihnen doch, anstatt ihnen den Honig zu stehlen. Vielleicht teilen sie dann gern mit dir.“ Benno überlegte. Das war eine ganz neue Idee. „Na gut“, brummte er, „ich versuche es.“

Am nächsten Morgen ging Benno nicht zum Bienenstock, um Honig zu stehlen. Stattdessen suchte er die schönsten, blütenreichsten Wiesen und zeigte sie den Bienen. „Hier gibt es ganz viel Nektar für euch!“, brummte er freundlich. Die Bienen waren erstaunt und dankbar. Tag für Tag half Benno ihnen, die besten Blumen zu finden.

Nach einer Weile kam die Bienenkönigin zu Benno geschwirrt. „Lieber Bär“, summte sie, „du hast uns so geholfen, dass unsere Vorräte überquellen. Zum Dank möchten wir gern unseren Honig mit dir teilen.“ Und sie führten ihn zum Stock, wo er sich an süßem, goldenem Honig satt essen durfte. Benno strahlte. „Danke!“, brummte er gerührt.

Von da an waren Benno und die Bienen die besten Freunde. Er half ihnen, und sie teilten ihren Honig mit ihm. Am Abend, mit einem Bauch voller süßem Honig und einem warmen Herzen, kuschelte sich Benno zufrieden in seine Höhle. „Mit Freundlichkeit bekommt man mehr als mit Gewalt“, dachte er glücklich und schlief zufrieden ein. Schlaf gut, kleiner Benno.