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Der kleine Wal taucht in die Tiefe

Mut machen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Im weiten, blauen Ozean lebte ein kleiner Wal namens Walter. Walter schwamm am liebsten nahe der Oberfläche, wo das Wasser hell und warm war und die Sonne hindurchschien. Doch wenn die anderen Wale in die dunkle Tiefe hinabtauchten, blieb Walter zurück. „Da unten ist es so dunkel und unheimlich“, sagte er ängstlich.

„Komm mit, Walter!“, riefen die anderen Wale, bevor sie elegant in die Tiefe glitten. „In der Tiefe gibt es die schönsten Wunder!“ Doch Walter schüttelte den Kopf. „Nein, da unten sieht man ja nichts. Das ist mir zu unheimlich.“ Und so blieb er allein im hellen Wasser und schaute den anderen sehnsüchtig nach.

Seine Mama tauchte zu ihm auf. „Was bedrückt dich, mein Kleiner?“, fragte sie. „Ich möchte so gern mit in die Tiefe“, gestand Walter, „aber ich habe Angst vor der Dunkelheit.“ Mama lächelte sanft. „Das verstehe ich. Aber weißt du was? Wir Wale haben ein besonderes Geschenk. Komm, ich tauche ganz langsam mit dir. Du bist nicht allein.“

Gemeinsam tauchten sie hinab, Mama immer dicht an Walters Seite. Es wurde dunkler, und Walters Herz klopfte. „Hör genau hin“, flüsterte Mama. „Wir Wale können singen, und unser Gesang hilft uns, den Weg zu finden.“ Mama stieß einen tiefen, warmen Ton aus, der durch das Wasser hallte, und Walter spürte sich gleich sicherer.

Je tiefer sie tauchten, desto mehr gewöhnten sich Walters Augen an die Dunkelheit. Und dann sah er es: Überall in der Tiefe leuchteten kleine Lichter! Es waren leuchtende Fische, glühende Quallen und schimmernde Meereswesen, die im Dunkeln strahlten wie Sterne. „Oh!“, machte Walter ergriffen. „Wie wunderschön!“

Die Tiefe war gar nicht unheimlich – sie war voller funkelnder Wunder, die man nur im Dunkeln sehen konnte. Walter schwamm staunend zwischen den leuchtenden Wesen umher, und seine Angst war wie weggeschwommen. „Das ist ja zauberhaft!“, rief er. „Und das hätte ich verpasst, wenn ich mich nicht getraut hätte.“

Mama Wal lächelte stolz. „Siehst du? Manchmal verbergen sich hinter dem, wovor wir uns fürchten, die größten Schätze.“ Walter nickte glücklich. Von da an tauchte er gern mit den anderen Walen in die Tiefe und bestaunte jedes Mal die leuchtenden Wunder. Seine Angst hatte er überwunden.

Am Abend schwebte Walter zufrieden im ruhigen Wasser, satt von all den schönen Eindrücken. „Mut wird belohnt“, dachte er glücklich und ließ sich sanft von der Strömung wiegen. Während über ihm der Mond durchs Wasser schimmerte und unter ihm die Lichter der Tiefe glühten, schlief der kleine Wal friedlich ein. Schlaf gut, kleiner Walter.