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Delfin Perla und das leuchtende Meer

Gefühle (Wut/Angst)ab 3 3 Min.
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Tief unten im warmen Meer, wo das Wasser am Abend ganz weich und dunkelblau wird, lebte eine kleine Delfindame namens Perla. Sie hatte glänzende, neugierige Augen und liebte den Tag mit all seinem Spielen, Springen und Plätschern. Doch wenn der Abend kam, fiel es Perla schwer, zur Ruhe zu kommen. In ihrem Köpfchen wirbelten noch viel zu viele muntere Gedanken.

„Ich kann nicht schlafen“, seufzte sie und drehte sich von einer Seite auf die andere. „Im Meer ist es jetzt so still und dunkel.“ Ihre Großmutter, eine alte, sanfte Delfindame, schwamm langsam zu ihr heran. „Komm mit, mein Schatz“, sagte sie mit ruhiger Stimme. „Ich zeige dir, wie schön die Nacht im Meer sein kann.“

Gemeinsam glitten sie hinaus in das tiefe, ruhige Wasser. Es war angenehm warm, und Perla spürte, wie die sanfte Strömung sie weich umfing. „Schau genau hin“, flüsterte die Großmutter. „Bewege deine Flosse ganz langsam durch das Wasser.“ Perla tat es – und da geschah etwas Wunderbares.

Wo ihre Flosse das Wasser berührte, begann es zu leuchten. Tausende winzige Lichtpünktchen funkelten auf, blau und silbern, wie kleine Unterwassersterne. „Oh!“, staunte Perla. „Das Meer leuchtet ja!“ Die Großmutter lächelte. „Das sind winzige Meeresleuchtchen“, erklärte sie. „Sie wachen nur in der Nacht auf und tanzen für alle, die ruhig genug sind, sie zu sehen.“

Perla schwamm ganz sacht weiter, und überall um sie herum erwachte das sanfte Leuchten. Es war, als schwebte sie durch einen Himmel voller Sterne. Ihr Atem wurde langsamer, ihr Herz ruhiger. Das aufgeregte Wirbeln in ihrem Kopf wurde leiser und leiser, je länger sie dem stillen Funkeln zusah.

„Siehst du“, sagte die Großmutter leise, „die Nacht nimmt dir nichts weg. Sie schenkt dir nur etwas Neues, etwas ganz Ruhiges und Schönes. Du musst nur still werden, dann zeigt sie es dir.“ Perla nickte verträumt. Ein Schwarm kleiner Lichter zog langsam an ihr vorbei wie eine glitzernde Wolke und wünschte ihr eine gute Nacht.

Langsam schwammen die beiden zurück zu ihrem ruhigen Platz zwischen den weichen Wasserpflanzen, die sich im sanften Sog wiegten, hin und her, hin und her. Perla legte ihren Kopf an die warme Seite ihrer Großmutter. Über ihr schimmerte das Wasser noch immer leise im sanften Licht der Meeresleuchtchen.

„Danke, Oma“, gähnte Perla. „Die Nacht ist gar nicht dunkel. Sie leuchtet ja.“ Ihre Augenlider wurden schwer wie zwei kleine Muscheln. Das Meer wiegte sie sanft, das Leuchten flackerte ruhig weiter, und ihr Atem ging langsam und tief.

Und während die kleinen Lichter still um sie herum tanzten und das warme Meer sie geborgen umhüllte, schlief die kleine Delfindame Perla endlich friedlich ein. Schlaf gut, Perla. Träum vom leuchtenden Meer. Gute Nacht.