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Delfin Luan und der verlorene Stern

Freundschaft · Dankbarkeitab 5 4 Min.
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In einer milden Sommernacht schwamm der kleine Delfin Luan an der Wasseroberfläche und schaute zu den Sternen hinauf. Er liebte es, wie sie über dem dunklen Meer funkelten. Plötzlich löste sich einer von ihnen und fiel – eine glitzernde Spur ziehend – herab, mitten ins Wasser, ganz in Luans Nähe. Platsch!

Luan schwamm neugierig hin. Da, zwischen den sanften Wellen, trieb ein kleiner Stern. Er leuchtete nur noch ganz schwach und zitterte. „Hilfe“, flüsterte der Stern mit einer feinen Stimme. „Ich bin vom Himmel gefallen und finde nicht mehr nach Hause. Hier unten im Wasser werde ich immer schwächer.“

„Keine Sorge“, sagte Luan sofort. „Ich helfe dir. Ich bringe dich nach Hause.“ Vorsichtig hob er den kleinen Stern auf seine Nase, sodass er nicht mehr im Wasser lag. „Aber ich bin doch nur ein Delfin“, überlegte Luan. „Wie soll ich dich bis zum Himmel bringen?“ Da fiel ihm die alte Tintenfischdame ein, die so klug war. Sie würde bestimmt Rat wissen.

Luan schwamm zur Höhle der Tintenfischdame. „Ein Stern ist ins Meer gefallen“, rief er. „Wie bringe ich ihn zurück in den Himmel?“ Die kluge Tintenfischdame dachte nach. „Ein Stern kehrt nur heim, wenn er wieder hell leuchtet“, sagte sie. „Und hell wird er nur, wenn man freundlich zu ihm ist. Sterne leuchten von guten Taten.“

Luan verstand nicht ganz, aber er gab nicht auf. Auf dem Rückweg traf er eine kleine Qualle, die sich in einem Netz aus Algen verheddert hatte. „Warte, ich helfe dir“, sagte Luan und zupfte sie behutsam frei. Und siehe da – der Stern auf seiner Nase leuchtete plötzlich ein kleines bisschen heller.

„Das ist es!“, rief Luan. „Du wirst heller, wenn ich helfe!“ Von nun an half er, wo er nur konnte. Er führte einen verirrten kleinen Fisch zu seiner Familie zurück. Er schob einen gestrandeten Seestern zurück ins tiefe Wasser. Er teilte sein schönstes Spielplätzchen mit einem schüchternen Krebs. Und mit jeder guten Tat leuchtete der kleine Stern heller und heller.

Schließlich, als Luan einem weinenden kleinen Krebskind den Weg nach Hause zeigte, strahlte der Stern so hell, dass die ganze Bucht erleuchtet wurde. „Ich kann es spüren“, jubelte der Stern. „Ich bin wieder stark genug! Danke, lieber Luan!“ Vorsichtig hob Luan seine Nase hoch aus dem Wasser, und der Stern stieg auf, höher und höher, zurück in den dunklen Himmel.

Dort oben funkelte er nun wieder zwischen all den anderen Sternen, heller als je zuvor. „Schau, Luan“, flüsterte die Tintenfischdame, die herbeigeschwommen war. „Er leuchtet so hell, weil du so vielen geholfen hast. Das ist dein Stern jetzt.“ Luan lächelte glücklich und winkte mit seiner Flosse hinauf.

Müde, aber mit einem warmen, zufriedenen Herzen schwamm Luan zu seinem Schlafplatz. Über ihm wachte sein heller Stern, der nun jede Nacht für ihn funkelte. Das Meer wiegte ihn sanft, und Luan schloss zufrieden die Augen. „Helfen macht das Herz hell“, dachte er und schlief glücklich ein. Schlaf gut, kleiner Luan. Gute Nacht.