In einer sonnigen Bucht lebte ein kleiner Delfin namens Coco. Die anderen jungen Delfine liebten es, hoch aus dem Wasser zu springen, sich in der Luft zu drehen und mit einem fröhlichen Platsch wieder einzutauchen. Coco aber traute sich das nicht. „So hoch aus dem Wasser“, dachte er ängstlich. „Was, wenn ich falsch lande? Was, wenn es wehtut?“ Also blieb er lieber unter der Oberfläche.
„Komm, Coco, spring mit uns!“, riefen die anderen Delfine, während sie elegant durch die Luft sprangen. „Es ist herrlich!“ Coco schaute ihnen sehnsüchtig zu, wie sie hoch hinaufschossen und im Sonnenlicht glänzten. „Das sieht so schön aus“, dachte er. „Aber ich trau mich einfach nicht.“ Traurig tauchte er wieder hinab.
Cocos Mama bemerkte seinen Kummer. „Möchtest du auch springen, mein Schatz?“, fragte sie. Coco nickte. „Aber ich habe Angst, dass es schiefgeht.“ Mama lächelte. „Weißt du, Coco“, sagte sie, „Springen lernt man Schritt für Schritt. Du musst nicht gleich hoch hinaus. Wir fangen mit einem ganz kleinen Hüpfer an, bei dem nur deine Nase aus dem Wasser kommt.“
Gemeinsam übten sie. „Schwimm schnell nach oben und lass deine Nase aus dem Wasser schauen“, sagte Mama. Coco nahm ein bisschen Schwung und ließ seine Nase aus dem Wasser hüpfen. „Oh, das war ja ganz leicht!“, freute er sich. „Siehst du?“, sagte Mama. „Und jetzt ein kleines bisschen höher, sodass auch dein Kopf herauskommt.“
Stück für Stück wagte sich Coco höher. Erst kam nur die Nase heraus, dann der Kopf, dann der halbe Körper. Mit jedem kleinen Sprung wurde sein Mut größer und das Kribbeln in seinem Bauch wurde zu Freude. „Das macht ja Spaß!“, lachte Coco und klatschte mit der Schwanzflosse aufs Wasser.
Schließlich nahm Coco ganz viel Schwung, schwamm schnell nach oben – und schoss in einem großen, herrlichen Bogen aus dem Wasser, hoch hinauf in die sonnige Luft! Für einen wunderbaren Moment flog er durch die Luft, dann tauchte er mit einem fröhlichen Platsch wieder ein. „Ich bin gesprungen!“, jubelte er. „Ich bin wirklich hoch gesprungen!“
Die anderen Delfine klatschten begeistert mit ihren Flossen aufs Wasser. „Toll, Coco! Du traust dich ja jetzt!“ Coco strahlte vor Stolz. Das Springen, vor dem er solche Angst gehabt hatte, war das Schönste, das er sich vorstellen konnte. „Ich hatte solche Angst“, sagte er zu seiner Mama, „und jetzt liebe ich es!“
Mama stupste ihn stolz. „Du musstest nur klein anfangen und durftest nicht aufgeben“, sagte sie. Den ganzen Nachmittag sprang Coco mit den anderen um die Wette, drehte sich in der Luft und tauchte vergnügt ein. Sein Mut war mit jedem Sprung gewachsen.
Am Abend, müde vom vielen Springen, kuschelte sich Coco zufrieden an seine Mama, während das Meer ganz ruhig und dunkel wurde. „Morgen springe ich wieder“, sagte er verschlafen und stolz, „noch viel höher.“ Die Sterne funkelten über der Bucht, das Meer wiegte ihn sanft, und stolz auf seinen Mut schlief der kleine Delfin Coco zufrieden ein. Schlaf gut, Coco. Gute Nacht.
