Im großen Sternenfeld, hoch über den Wolken, lebte ein kleines Sternenkind namens Stella. Jede Nacht flogen die Sternenkinder hinaus an den weiten Himmel und nahmen dort ihren Platz ein, um über die Erde zu funkeln. Doch Stella hatte Angst vor dem weiten Flug. Der Himmel war so groß und dunkel, und das Sternenfeld so sicher. „Ich trau mich nicht hinaus“, sagte Stella ängstlich.
„Komm, Stella, flieg mit uns!“, riefen die anderen Sternenkinder, während sie hinaus in die Nacht schwebten und ihre Plätze am Himmel einnahmen. „Es ist herrlich, dort oben zu funkeln!“ Stella schaute in den weiten, dunklen Himmel und schluckte. „Was, wenn ich mich verfliege?“, dachte sie. „Was, wenn ich falle?“ Also blieb sie im sicheren Sternenfeld zurück.
Die alte Sternenmutter setzte sich zu ihr. „Hast du Angst vor dem Flug, kleine Stella?“, fragte sie sanft. Stella nickte. „Der Himmel ist so groß und dunkel.“ Die Sternenmutter lächelte. „Du musst nicht gleich weit hinausfliegen“, sagte sie. „Wir fangen mit einem ganz kleinen Funkelflug an, nur bis zur nächsten Wolke. Und ich bin direkt neben dir.“
Gemeinsam schwebten sie ein kleines Stück hinaus, nur bis zur nächsten weichen Wolke. „Siehst du?“, sagte die Sternenmutter. „Das war doch gar nicht schlimm.“ Stella merkte, dass der Flug sich ganz sanft anfühlte, fast wie Schweben auf weichem Samt. „Oh“, sagte sie. „Das ist ja schön.“ Ihr Herz wurde schon ein bisschen ruhiger.
Stück für Stück wagte sich Stella weiter hinaus. Erst bis zur nächsten Wolke, dann ein Stückchen höher, dann noch weiter. Mit jedem kleinen Flug wuchs ihr Mut, und das Kribbeln in ihrem Bauch wurde zu Freude. „Das macht ja Spaß!“, rief Stella und funkelte vor Aufregung.
Schließlich schwebte Stella ganz allein hinaus an den weiten Himmel, höher und höher, bis sie ihren eigenen Platz hoch über der Erde erreichte. Und was sie dort sah, raubte ihr fast den Atem: Unter ihr lag die ganze schlafende Erde, dunkel und friedlich, und rings um sie funkelten all die anderen Sternenkinder wie ein Meer aus Licht. „Wie wunderschön!“, flüsterte Stella.
„Ich fliege!“, rief Stella glücklich. „Ich funkele am Himmel, ganz allein!“ Sie ließ ihr Licht so hell strahlen, wie sie nur konnte. Die anderen Sternenkinder funkelten ihr fröhlich zu. „Du hast es geschafft, Stella!“ Stella strahlte vor Stolz und Freude. Sie hatte solche Angst gehabt – und nun war das Funkeln am Himmel das Schönste, das sie kannte.
„Ich hatte solche Angst vor dem Flug“, sagte Stella zur Sternenmutter, „und jetzt liebe ich es.“ Die Sternenmutter lächelte. „Du musstest dich nur Schritt für Schritt herantrauen“, sagte sie. „Und jetzt schau, wie schön du leuchtest.“ Stella nahm jede Nacht voller Freude ihren Platz am Himmel ein und funkelte mutig über der schlafenden Erde.
Am Morgen, als der Himmel hell wurde, kehrte Stella müde und glücklich ins Sternenfeld zurück und kuschelte sich in eine weiche Wolke. „Heute war ich mutig“, dachte sie stolz, „und bin ganz allein an den Himmel geflogen.“ Der Himmel färbte sich rosa, die Sterne verblassten sanft, und stolz auf ihren Mut schlief das kleine Sternenkind Stella zufrieden ein. Schlaf gut, Stella. Gute Nacht.
