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Das Sternenkind, das anders funkelte

Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Am Nachthimmel funkelten unzählige Sternenkinder, und fast alle leuchteten in sanftem Silber. Nur eines war anders: das kleine Sternenkind Rubi. Rubi funkelte nämlich nicht silbern, sondern in einem warmen, leuchtenden Rot. „Warum bin ich nur so anders?“, fragte sich Rubi traurig. „Alle anderen leuchten silbern, nur ich strahle rot. Ich passe gar nicht dazu.“

Manchmal fühlte sich Rubi ganz allein mit seinem roten Licht. „Wenn ich doch nur silbern funkeln könnte wie die anderen“, seufzte es. Es versuchte sogar, sein Licht silbern zu machen, doch so sehr es sich auch anstrengte – Rubi leuchtete weiter in seinem warmen Rot. „Ich werde nie dazugehören“, dachte es bekümmert und funkelte ganz blass, weil es so traurig war.

Die alte Sternenmutter bemerkte Rubis Kummer. „Warum so traurig, kleines Rubi?“, fragte sie. „Ich funkle rot statt silbern“, klagte Rubi. „Ich bin so anders als alle anderen. Ich passe nicht dazu.“ Die Sternenmutter lächelte. „Mein Kind“, sagte sie, „du bist nicht falsch. Du bist etwas ganz Besonderes. Komm, ich zeige dir, wie wertvoll dein rotes Funkeln ist.“

In dieser Nacht schaute ein kleiner Junge auf der Erde zum Himmel hinauf. Er suchte verzweifelt nach einem bestimmten Stern, um sich zu orientieren, denn er hatte sich beim abendlichen Spaziergang verlaufen. „Bei welchem Stern muss ich nach Hause?“, überlegte er ängstlich. Doch alle Sterne sahen silbern und gleich aus, und er konnte sich keinen merken.

Da entdeckte der Junge plötzlich ein einziges, warm rot leuchtendes Sternchen am Himmel – Rubi! „Oh!“, rief er erleichtert. „Dieser rote Stern, den erkenne ich wieder! Der stand über unserem Haus, als ich losgegangen bin.“ Und so folgte der Junge Rubis rotem Licht, das sich deutlich von allen anderen abhob, und fand sicher den Weg nach Hause.

„Hast du das gesehen, Rubi?“, sagte die Sternenmutter. „Der kleine Junge hat sich verlaufen, und gerade weil du anders funkelst als alle anderen, konnte er dich wiedererkennen und nach Hause finden. Dein rotes Licht hat ihn gerettet. Kein silbernes Sternchen hätte das gekonnt.“ Rubi staunte und betrachtete sein rotes Funkeln mit ganz neuen Augen.

„Mein rotes Licht ist also gar nichts Schlimmes“, sagte Rubi. „Es ist sogar etwas Besonderes – weil man mich wiedererkennen kann.“ Ein warmer Stolz breitete sich in ihm aus. Es funkelte sein schönstes, hellstes Rot, und zum ersten Mal schämte es sich kein bisschen dafür, anders zu sein.

Von da an war Rubi stolz auf sein rotes Funkeln. Es wurde der Lieblingsstern vieler Kinder auf der Erde, die sich an seinem warmen Rot orientierten und es leicht am Himmel wiederfanden. „Schaut, da ist der rote Stern!“, riefen sie. Rubi hatte gelernt, dass es wunderbar war, anders zu sein, und dass gerade seine Besonderheit anderen helfen konnte.

Am Morgen, als der Himmel hell wurde, kuschelte sich Rubi zufrieden in eine weiche Wolke. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, dachte es glücklich, „mit meinem ganz besonderen roten Licht.“ Der Himmel färbte sich rosa, die Sterne verblassten sanft, und glücklich mit sich selbst schlief das kleine Sternenkind Rubi zufrieden ein. Schlaf gut, Rubi. Gute Nacht.