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Das Reh und der hungrige Winterwald

Dankbarkeit · Freundschaftab 5 4 Min.
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Es war ein besonders kalter Winter, und im verschneiten Wald war das Futter knapp geworden. Die Tiere hatten Mühe, unter dem tiefen Schnee noch etwas zu fressen zu finden. Auch das kleine Reh Rosa stapfte hungrig durch den Wald und suchte nach ein paar Halmen oder Knospen.

Nach langer Suche entdeckte Rosa etwas Wunderbares: eine geschützte Lichtung unter dichten Tannen, wo der Schnee dünn war und noch saftiges Gras und frische Knospen wuchsen. „Endlich Futter!“, freute sich Rosa. Genug, um sich satt zu fressen und vielleicht sogar den ganzen Winter zu überstehen.

Rosa wollte gerade anfangen zu fressen, da hörte sie hinter sich ein leises Wimmern. Es waren zwei kleine Hasen, dünn und zitternd vor Hunger und Kälte. „Habt ihr auch nichts zu fressen gefunden?“, fragte Rosa. Die Hasen schüttelten traurig die Köpfe. „Wir haben schon seit Tagen kaum etwas gehabt.“

Rosa schaute auf ihre geheime Lichtung. Sie hätte das Futter ganz für sich behalten können. Doch als sie die hungrigen Hasen sah, konnte sie nicht anders. „Kommt mit“, sagte sie freundlich. „Ich habe eine Lichtung mit Futter gefunden. Da ist genug für uns alle.“ Die Hasen konnten ihr Glück kaum fassen.

Bald sprach sich herum, dass Rosa Futter gefunden und großzügig geteilt hatte. Nach und nach kamen weitere hungrige Tiere: ein Eichhörnchen, ein paar Vögel, sogar ein altes Wildschwein. Und Rosa teilte mit allen. „Es ist genug da, wenn wir es uns teilen“, sagte sie. „Niemand soll hungrig bleiben.“

Gemeinsam fraßen die Tiere von der geschützten Lichtung, und keiner musste mehr hungern. Und etwas Schönes geschah: Weil alle Tiere zusammenhielten, halfen sie sich nun auch sonst – sie wärmten sich gegenseitig, warnten sich vor Gefahren und teilten jedes Futter, das sie fanden. Der harte Winter wurde dadurch viel leichter.

„Danke, Rosa“, sagten die Tiere immer wieder. „Du hättest alles für dich behalten können, aber du hast geteilt.“ Rosa lächelte. „Geteiltes Futter macht doppelt satt“, sagte sie, „und zusammen kommen wir alle gut durch den Winter.“ Ihr Herz war ganz warm, viel wärmer als jeder volle Bauch es hätte machen können.

Als der Abend kam und der Schnee im Mondlicht glitzerte, kuschelten sich alle Tiere eng beieinander zum Schlafen, sicher und satt. Rosa lag mittendrin, umgeben von ihren dankbaren Freunden. „Teilen wärmt das Herz“, dachte sie zufrieden und schloss die Augen. Friedlich schlief das großzügige kleine Reh ein. Schlaf gut, liebe Rosa.