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Das mutige Monsterchen und die Rettung

Mut machen · Freundschaftab 5 4 Min.
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Das kleine Monster Bibo hielt sich für das ängstlichste Monster im ganzen Monsterland. Während die anderen Monster mutig durch die Höhlen kletterten und über tiefe Spalten sprangen, blieb Bibo lieber auf dem sicheren Boden. „Ich bin eben kein mutiges Monster“, sagte Bibo von sich. „Ich bin viel zu ängstlich für Abenteuer.“

Eines Tages spielten die kleinen Monster am Rand einer tiefen Schlucht. Das kleine Monster Knöpfchen, Bibos bester Freund, kletterte übermütig auf einen Felsvorsprung. Doch plötzlich bröckelte der Fels, und Knöpfchen rutschte ab! Im letzten Moment konnte es sich an einer Wurzel festklammern, hing nun aber über der tiefen Schlucht. „Hilfe!“, schrie Knöpfchen. „Ich rutsche ab!“

Bibos Herz machte einen Satz. Die anderen Monster waren zu weit weg, nur Bibo war in der Nähe. „Ich muss helfen“, dachte Bibo. „Aber die Schlucht ist so tief, und ich habe solche Angst. Was, wenn ich auch abrutsche?“ Einen Moment lang wollte Bibo vor Angst erstarren. Doch dann sah es das verzweifelte Gesicht seines besten Freundes, und es wusste: Jetzt durfte es nicht zögern.

„Ich komme, Knöpfchen!“, rief Bibo. Es schaute sich um und entdeckte eine lange, starke Schlingpflanze. Schnell band Bibo das eine Ende fest um einen dicken Felsen und warf das andere Ende hinunter zu Knöpfchen. „Halt dich an der Pflanze fest!“, rief Bibo. „Ich ziehe dich hoch!“ Knöpfchen griff mit letzter Kraft nach der Schlingpflanze.

Bibo zog mit aller Kraft. Es stemmte seine kleinen Monsterfüße in den Boden und zog und zog, ganz langsam, Stück für Stück. Obwohl Bibo zitterte vor Angst und Anstrengung, gab es nicht auf. „Halt durch, Knöpfchen!“, keuchte es. „Gleich hast du es geschafft!“ Und schließlich, mit einem letzten kräftigen Ruck, zog Bibo seinen Freund über den Rand der Schlucht in Sicherheit.

„Geschafft!“, rief Bibo erleichtert. Knöpfchen lag schnaufend im Gras und zitterte noch, war aber wohlauf. „Du hast mich gerettet, Bibo!“, schluchzte es und umarmte seinen Freund. „Du bist über deine Angst hinweggesprungen, um mir zu helfen!“ Bibo konnte es selbst kaum glauben. Es, das ängstlichste Monster, hatte seinen Freund gerettet.

Bald kamen die anderen Monster herbeigeeilt. Als sie hörten, was geschehen war, staunten sie. „Bibo, du warst so mutig!“, riefen sie. „Du hast Knöpfchen ganz allein aus der Schlucht gezogen!“ Bibo wurde ganz verlegen. „Ich hatte solche Angst“, gab es zu. Die weise alte Monster-Oma lächelte. „Genau das ist Mut“, sagte sie. „Nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz der Angst das Richtige zu tun.“

Bibo strahlte vor Stolz. Es hatte gar nicht gewusst, dass es so mutig sein konnte. „Ich dachte, ich sei viel zu ängstlich“, sagte es. „Aber als mein Freund in Gefahr war, habe ich einfach geholfen.“ Von diesem Tag an wusste Bibo, dass auch ein ängstliches kleines Monster im richtigen Moment ein großer Held sein kann.

Am Abend, müde von dem aufregenden Tag, kuschelte sich Bibo zufrieden in sein weiches Bett, Knöpfchen sicher und wohlauf nebenan. „Heute war ich richtig mutig“, dachte Bibo stolz, „und habe meinen Freund gerettet.“ Der Mond schien herein, alles war ruhig und sicher, und stolz auf seinen Mut schlief das kleine Monster Bibo zufrieden ein. Schlaf gut, Bibo. Gute Nacht.