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Das Monster mit dem großen Herzen

Freundschaft · Mut machenab 5 4 Min.
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Am Berg über dem Dorf wohnte ein großes, zotteliges Monster. Es war riesig, hatte ein wildes Fell und große Hörner, und alle Dorfbewohner fürchteten sich vor ihm. „Geht nicht zum Berg“, warnten die Eltern ihre Kinder. „Da wohnt das gruselige Monster!“ Dabei hatte das Monster in Wahrheit noch nie jemandem etwas getan. Es war nur sehr groß und sah furchterregend aus.

In Wahrheit war das Monster sehr einsam. Es wünschte sich nichts mehr als einen Freund, doch sobald es sich dem Dorf näherte, liefen alle schreiend davon. „Warum haben nur alle Angst vor mir?“, dachte das Monster traurig. „Ich möchte doch niemandem etwas tun. Ich möchte nur dazugehören.“ So blieb es allein auf seinem Berg.

Eines Tages aber spielte ein kleines Mädchen namens Mia am Fuß des Berges und bemerkte nicht, wie dunkle Wolken aufzogen. Ein heftiges Unwetter brach los, und Mia verirrte sich im Regen und in der Dunkelheit. Sie rutschte aus und konnte nicht mehr weiterlaufen. „Hilfe!“, rief sie weinend. „Ich finde nicht nach Hause!“

Das große Monster hörte Mias Hilferufe von seinem Berg aus. Ohne zu zögern, eilte es hinunter, um zu helfen. Als Mia das riesige Monster aus dem Regen auftauchen sah, erschrak sie zuerst. „Das gruselige Monster!“, dachte sie ängstlich. Doch das Monster blieb sanft stehen und sagte mit einer überraschend freundlichen, tiefen Stimme: „Hab keine Angst, kleines Mädchen. Ich möchte dir nur helfen.“

Vorsichtig hob das Monster Mia auf seine starken Arme, schützte sie mit seinem dicken Fell vor dem Regen und trug sie sicher den Berg hinab, durch das Unwetter, bis hinunter zum Dorf. Unterwegs sprach es ihr sanft Mut zu, und Mia merkte, dass das Monster überhaupt nicht gruselig war, sondern warm und freundlich. „Du bist ja ganz lieb“, sagte sie staunend.

Im Dorf warteten schon Mias Eltern, krank vor Sorge. Als sie das riesige Monster mit ihrer Tochter auf dem Arm sahen, erschraken sie furchtbar. Doch Mia rief schnell: „Habt keine Angst! Das Monster hat mich gerettet! Es ist ganz lieb!“ Vorsichtig setzte das Monster Mia bei ihren Eltern ab. „Hier ist eure Tochter“, sagte es sanft. „Sie hatte sich im Unwetter verirrt.“

Die Dorfbewohner waren beschämt. „Wir haben dich immer für ein gruseliges Monster gehalten“, sagte Mias Vater. „Dabei hast du unser Kind gerettet und ein so gutes Herz. Es tut uns leid, dass wir dich gefürchtet haben.“ Das Monster lächelte. „Ich wollte doch immer nur dazugehören“, sagte es. „Man darf eben nicht vom Aussehen auf das Herz schließen.“

Von diesem Tag an war das Monster im Dorf willkommen. Die Kinder spielten mit ihm, denn auf seinem breiten Rücken konnte man herrlich schaukeln, und die Dorfbewohner luden es zu ihren Festen ein. Aus dem gefürchteten Monster vom Berg war ein geliebter Freund des ganzen Dorfes geworden. Und das Monster war nie wieder einsam.

Am Abend, glücklich und endlich nicht mehr allein, kehrte das Monster auf seinen Berg zurück und legte sich zufrieden in seine gemütliche Höhle. „Heute habe ich nicht nur ein Kind gerettet, sondern auch endlich Freunde gefunden“, dachte es. Der Mond schien über dem Dorf und dem Berg, alles war ruhig und friedlich, und mit einem warmen, glücklichen Herzen schlief das Monster mit dem großen Herzen zufrieden ein. Schlaf gut, liebes Monster. Gute Nacht.