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Das Monster, das niemandem Angst machen wollte

Selbstvertrauen · Freundschaftab 5 4 Min.
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In der Monsterhöhle am Rand des Waldes lebte das kleine Monster Brummel. Alle Monster in seiner Familie waren sehr stolz darauf, gut erschrecken zu können. „Buh!“, riefen sie und ließen sich von ihren gruseligsten Seiten sehen. Doch der kleine Brummel war anders. Er wollte niemandem Angst machen. „Ich möchte viel lieber Freunde finden“, sagte er.

„Aber Brummel“, sagte seine Monster-Mama, „wir Monster machen nun mal Buh und erschrecken die Leute. Das gehört sich so. Komm, üben wir ein gruseliges Gesicht.“ Brummel versuchte es, doch wenn er „Buh“ sagen wollte, kam nur ein freundliches „Huhu“ heraus, und sein Gesicht sah eher niedlich als gruselig aus. „Das wird nichts“, seufzte Brummel. „Ich bin einfach kein gruseliges Monster.“

Brummel war traurig. „Vielleicht bin ich gar kein richtiges Monster“, dachte er. Eines Tages beschloss er, in den Wald zu gehen. Dort traf er ein kleines Kaninchen. „Buh!“, versuchte Brummel ganz tapfer und machte sein gruseligstes Gesicht. Doch das Kaninchen erschrak kein bisschen. „Ach, wie niedlich du aussiehst!“, lachte es. „Magst du mit mir spielen?“

Brummel war verblüfft. Niemand hatte je „niedlich“ zu ihm gesagt. „Du … du hast keine Angst vor mir?“, fragte er. „Nein“, sagte das Kaninchen fröhlich. „Du siehst doch viel zu freundlich aus. Komm, lass uns Verstecken spielen!“ Und so spielten das kleine Monster und das Kaninchen den ganzen Nachmittag und hatten riesigen Spaß. Zum ersten Mal hatte Brummel einen Freund gefunden.

Bald kamen noch andere Waldtiere dazu. Statt wegzulaufen, freuten sie sich über das freundliche kleine Monster. „Du bist so lustig und nett, Brummel!“, riefen sie. Brummel strahlte über sein ganzes flauschiges Gesicht. Er merkte, dass er gar nicht gruselig sein musste, um etwas Besonderes zu sein. „Ich finde Freunde, gerade weil ich freundlich bin“, sagte er glücklich.

Am Abend kehrte Brummel fröhlich nach Hause zurück und erzählte seiner Familie von seinen neuen Freunden. „Ich habe heute gar niemanden erschreckt“, sagte er. „Stattdessen habe ich ganz viele Freunde gefunden.“ Seine Monster-Mama schaute ihn überrascht an. „Du hast Freunde gefunden?“, fragte sie. „So viele!“, strahlte Brummel. „Weil ich einfach freundlich war.“

Brummels Mama dachte nach. „Weißt du“, sagte sie schließlich, „vielleicht ist es ja gar nicht so wichtig, andere zu erschrecken. Vielleicht ist es viel schöner, Freunde zu haben.“ Brummel nickte eifrig. Und nach und nach lernten auch die anderen Monster von Brummel, dass Freundlichkeit viel mehr Freude macht als Erschrecken.

Von diesem Tag an war Brummel das beliebteste Monster weit und breit. Die Waldtiere besuchten die Monsterhöhle gern, und aus einstigen Gruselmonstern wurden fröhliche Freunde aller Tiere. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, sagte Brummel stolz. „Ein freundliches Monster.“ Und darauf war er mächtig stolz.

Am Abend, müde und glücklich, kuschelte sich Brummel in sein weiches Höhlenbett. „Heute habe ich so viele Freunde gefunden“, dachte er zufrieden, „einfach weil ich freundlich war.“ Der Mond schien in die Höhle, draußen rauschte der Wald, und mit einem warmen, fröhlichen Herzen schlief das kleine Monster Brummel zufrieden ein. Schlaf gut, Brummel. Gute Nacht.