Auf dem Mond lebte ein kleines Mondkind namens Niko, das ein besonders gutes Herz hatte. Von seinem silbernen Zuhause aus beobachtete Niko gern den Sternenhimmel. Eines Nachts sah es einen Kometen mit einem langen, leuchtenden Schweif vorbeiziehen. Doch der Komet leuchtete ganz matt und schien traurig. „Hallo, lieber Komet!“, rief Niko freundlich. „Warum leuchtest du so traurig?“
Der Komet wurde langsamer und hielt ein Stück vom Mond entfernt an. „Ach“, seufzte er mit einer fernen, leisen Stimme. „Ich ziehe schon seit ewigen Zeiten ganz allein durch das weite All. Jahr um Jahr dieselbe einsame Bahn, immer im Kreis, und niemals begegne ich einem Freund. Deshalb leuchte ich nur noch so matt. Einsamkeit macht das Leuchten schwer.“
Niko bekam sofort ein weiches Herz. „Das ist ja traurig“, sagte es. „So ganz allein durch das All zu ziehen.“ Es überlegte. „Weißt du was? Du musst nicht einsam sein. Ich bin gern dein Freund! Jedes Mal, wenn du am Mond vorbeikommst, werde ich hier sein und auf dich warten. Dann hast du jemanden, der sich auf dich freut.“
Der Komet konnte es kaum glauben. „Du … du möchtest mein Freund sein? Wirklich?“ „Aber natürlich!“, sagte Niko fröhlich. „Komm, erzähl mir von all den Orten, die du auf deiner Reise durch das All gesehen hast. Ich höre dir so gern zu.“ Und der Komet begann zu erzählen – von fernen Planeten, von glitzernden Sternennebeln und von den Wundern des Weltalls.
Niko lauschte gebannt, und während der Komet erzählte, geschah etwas Wunderbares: Sein matter Schweif begann wieder heller zu leuchten. Denn die Freude, endlich jemanden zum Reden zu haben, wärmte sein einsames Herz. „Schau“, rief Niko. „Du leuchtest ja wieder hell! Die Freundschaft tut dir gut.“ Der Komet strahlte vor Glück.
„Aber bald muss ich weiterziehen“, sagte der Komet betrübt. „Meine Bahn führt mich wieder hinaus ins ferne All. Es wird lange dauern, bis ich zurückkomme.“ Niko nickte. „Das macht nichts“, sagte es. „Echte Freunde bleiben Freunde, auch wenn sie sich lange nicht sehen. Ich werde jede Nacht zum Himmel schauen und an dich denken. Und wenn du wiederkommst, warte ich auf dich.“
Der Komet war zu Tränen gerührt. „Danke, lieber Niko“, sagte er. „Du hast mein einsames Herz wieder zum Leuchten gebracht. Jetzt fällt mir meine lange Reise gar nicht mehr so schwer, denn ich weiß, dass am Mond ein Freund auf mich wartet.“ Und mit einem hell leuchtenden Schweif zog der Komet weiter, viel fröhlicher als zuvor.
Von da an freute sich Niko jedes Mal, wenn der Komet nach langer Zeit am Mond vorbeizog. Dann erzählten sie sich, was sie erlebt hatten, und der Komet leuchtete so hell, dass man ihn von der ganzen Erde aus bewundern konnte. „Schaut, ein heller Komet!“, riefen die Menschen dann staunend. Sie ahnten nicht, dass er nur deshalb so hell leuchtete, weil er einen Freund auf dem Mond hatte.
Am Ende der Nacht kuschelte sich Niko zufrieden in den weichen Mondstaub. „Heute habe ich einem einsamen Kometen einen Freund geschenkt“, dachte es glücklich. Über ihm zog der Komet seine helle Bahn, die Sterne funkelten rings um den Mond, alles war still und friedlich, und mit einem warmen Herzen schlief das kleine Mondkind Niko zufrieden ein. Schlaf gut, Niko. Gute Nacht.
