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Das Mädchen und die Sternentaler

Dankbarkeit · Freundschaftab 5 4 Min.
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Es war einmal ein kleines Mädchen namens Greta, das hatte weder Vater noch Mutter mehr und war sehr arm. Es besaß nur die Kleider, die es am Leib trug, und ein einziges Stück Brot, das ihm ein gütiger Nachbar geschenkt hatte. Doch Greta hatte ein großes, warmes Herz.

Eines kalten Abends machte sich Greta auf den Weg über Land. Bald begegnete ihr ein alter Mann, der ganz blass und hungrig aussah. „Bitte“, sagte er leise, „hast du etwas zu essen? Ich habe seit Tagen nichts bekommen.“ Greta zögerte keinen Augenblick. „Hier“, sagte sie und gab ihm ihr ganzes Stück Brot. „Iss nur.“ Der alte Mann segnete sie dankbar.

Greta ging weiter durch die kalte Nacht. Da traf sie ein kleines Kind, das fror und weinte. „Mir ist so kalt an meinem Kopf“, schluchzte es. Greta band ohne Zögern ihr warmes Tuch ab und wickelte es dem Kind um den Kopf. „Das wärmt dich“, sagte sie freundlich. Das Kind lächelte und lief getröstet davon.

Weiter wanderte Greta. Der Wind wurde eisig. Bald begegnete ihr ein zitterndes Mädchen ohne Jacke. „Mir ist so furchtbar kalt“, flüsterte es. Greta schaute an sich herunter. Viel hatte sie nicht mehr. Doch sie zog ihre warme Jacke aus und gab sie dem frierenden Mädchen. „Nimm sie“, sagte sie. „Du brauchst sie mehr als ich.“

Nun besaß Greta fast nichts mehr und fror selbst in der dunklen, kalten Nacht. Doch ihr Herz war leicht, denn sie hatte geholfen, wo sie konnte. Sie kam auf eine weite, stille Wiese und blieb stehen. Über ihr wölbte sich der Himmel, klar und voller funkelnder Sterne.

Und in diesem Augenblick geschah ein Wunder. Die Sterne am Himmel begannen heller zu leuchten, immer heller – und dann lösten sie sich und fielen sanft herab. Doch es waren keine gewöhnlichen Sterne. Als sie Greta erreichten, verwandelten sie sich in glänzende, blanke Taler, die leise um sie herum auf die Wiese fielen.

Greta staunte. Überall um sie herum glitzerten die Sternentaler im Mondlicht. Und auf einmal trug sie wieder ein warmes Kleid, weich und neu. „So viel“, flüsterte Greta gerührt. Der Himmel hatte ihre Güte gesehen und sie reich beschenkt – gerade weil sie selbst so großzügig geteilt hatte.

Greta sammelte die Taler ein, und von da an musste sie nie wieder hungern oder frieren. Doch das Wichtigste hatte sie behalten: ihr gutes Herz. Auch reich teilte sie weiter mit allen, die in Not waren.

An diesem Abend, zum ersten Mal seit langer Zeit in einem warmen Bett, kuschelte sich Greta glücklich ein. Durch das Fenster funkelten die Sterne, als würden sie ihr zulächeln. „Wer von Herzen gibt“, dachte Greta dankbar, „dem wird auf wundersame Weise gegeben.“ Zufrieden schlief sie ein. Gute Nacht, liebe Greta.