Es war ein milder Herbstabend, und im Wald wurde das große Laternenfest gefeiert. Alle Tiere hatten kleine Laternen gebastelt und zogen damit fröhlich singend durch den dunklen Wald. Die Lichter schaukelten warm und bunt zwischen den Bäumen. Auch die kleine Maus Mücke war ganz aufgeregt mit ihrer selbstgebastelten Laterne dabei.
Mückes Laterne war besonders hübsch – aus einem ausgehöhlten Kürbis, der golden leuchtete. Stolz lief sie mit den anderen mit und sang aus voller Kehle: „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne.“ Es war der schönste Abend, den sie sich vorstellen konnte.
Doch dann, mitten im Wald, flackerte Mückes Laternenlicht plötzlich – und ging aus. Ein Windstoß hatte das kleine Flämmchen gelöscht. Auf einmal stand Mücke im Dunkeln, während die anderen mit ihren Lichtern weiterzogen. „Oh nein“, rief sie erschrocken. „Mein Licht ist aus, und jetzt sehe ich gar nichts mehr!“ Angst kroch in ihr Herz.
„Hilfe!“, rief Mücke in die Dunkelheit. „Wartet auf mich!“ Die anderen Tiere hörten ihr Rufen und kehrten sofort um. „Mücke, was ist los?“, fragte der kleine Igel besorgt. „Meine Laterne ist ausgegangen“, schniefte Mücke. „Jetzt finde ich den Weg nicht mehr und habe Angst im Dunkeln.“
Da lächelte der Igel. „Keine Sorge, dafür sind doch Freunde da.“ Er stellte sich mit seiner Laterne neben Mücke, sodass sein Licht auch sie erhellte. „Und ich auch“, sagte das Eichhörnchen und kam mit seiner Laterne dazu. Bald scharten sich alle Tiere mit ihren Lichtern um Mücke, und es wurde taghell um sie herum.
„Schau, Mücke“, sagte der Igel. „Solange wir zusammen sind, ist es nie wirklich dunkel. Jeder leuchtet ein bisschen, und gemeinsam haben wir genug Licht für alle.“ Mücke schaute in die vielen warmen Lichter und in die freundlichen Gesichter ihrer Freunde, und ihre Angst verschwand. „Danke“, sagte sie gerührt.
Und dann zündete der alte Hirsch Mückes Laterne mit seinem Licht wieder an, und ihr goldener Kürbis leuchtete schöner als zuvor. Gemeinsam zogen alle weiter durch den Wald, ein langer Zug aus warmen Lichtern, und sangen fröhlich ihre Laternenlieder. Mücke hielt ihre Freunde an der Pfote und strahlte.
Am Ende des Festes, als alle müde und glücklich nach Hause gingen, kuschelte sich Mücke zufrieden in ihr Nest. „Allein im Dunkeln ist es unheimlich“, dachte sie, „aber mit Freunden leuchtet selbst die dunkelste Nacht.“ Ihre kleine Laterne flackerte sanft neben ihr, während sie zufrieden einschlief. Gute Nacht, kleine Mücke.
