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Das kleine U-Boot Nano

Mut machenab 5 4 Min.
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Im weiten, blauen Meer lebte ein kleines gelbes U-Boot namens Nano. Nano liebte es, an der sonnigen Oberfläche zu schwimmen, wo das Wasser warm und hell war und die Fische bunt umherflitzten. Doch wenn die großen U-Boote in die dunkle Tiefe hinabtauchten, blieb Nano lieber oben. „Da unten ist es so dunkel und unheimlich“, sagte er.

„Du wirst schon noch tauchen lernen“, brummte das große U-Boot freundlich. „In der Tiefe gibt es die schönsten Wunder.“ Doch Nano schüttelte sich. „Nein, danke. Oben gefällt es mir viel besser.“ Und so blieb er an der Oberfläche, während die anderen die geheimnisvolle Tiefe erkundeten.

Eines Tages aber hörte Nano ein leises, trauriges Rufen aus der Tiefe. „Hilfe … bitte, hilf mir.“ Nano spähte hinunter, doch er sah nur Dunkelheit. Das Rufen kam von ganz unten, vom Grund des Meeres. „Da müsste jemand hin“, dachte Nano ängstlich. „Aber doch nicht ich. Ich kann das nicht.“

Das Rufen wurde leiser und verzweifelter. Nano schaute sich um – kein anderes U-Boot war in der Nähe. Nur er. „Wenn ich nicht tauche, bekommt der da unten keine Hilfe“, dachte er. Sein kleiner Propeller zitterte. Doch dann fasste er sich ein Herz. „Ich versuche es. Für den, der da ruft.“

Langsam ließ Nano Wasser in seine Tanks und begann zu sinken. Tiefer und tiefer glitt er hinab. Das Licht von oben wurde schwächer, und um ihn herum wurde es immer dunkler. Nanos Herz pochte. Doch dann knipste er seinen Scheinwerfer an – und ein heller Lichtkegel schnitt durch die Dunkelheit.

Im Schein seines Lichts entdeckte Nano etwas Wunderbares: leuchtende Quallen, die sanft im Wasser schwebten, schimmernde Muscheln und Fische, die im Dunkeln glühten wie kleine Sterne. „Wie schön es hier ist!“, staunte Nano. Von der unheimlichen Tiefe war auf einmal nichts mehr zu spüren.

Dann sah er, wer gerufen hatte: ein kleiner Tintenfisch, der sich mit einem Arm in einem alten Fischernetz verfangen hatte. „Keine Sorge“, sagte Nano. „Ich helfe dir.“ Vorsichtig knabberte er mit seinem kleinen Greifarm das Netz auf, bis der Tintenfisch frei war. „Danke!“, jubelte dieser und wirbelte erleichtert davon.

Gemeinsam stiegen sie wieder nach oben. „Du warst so mutig, in die Tiefe zu kommen“, sagte der Tintenfisch. Nano strahlte. „Ich hatte große Angst“, gab er zu. „Aber ich bin froh, dass ich es getan habe. Da unten ist es ja wunderschön!“ Nun konnte er es kaum erwarten, die Tiefe wieder zu erkunden.

Am Abend schaukelte Nano zufrieden an der Wasseroberfläche, während über ihm die Sterne aufgingen und sich im Meer spiegelten. Er hatte seine Angst überwunden und einen neuen Freund gewonnen. „Manchmal“, dachte er glücklich, „liegt das Schönste genau dort, wovor man sich am meisten fürchtet.“ Sanft von den Wellen gewiegt, schlief das kleine U-Boot ein. Gute Nacht, kleiner Nano.