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Das kleine Monster unter dem Bett

Gefühle (Wut/Angst) · Freundschaftab 3 4 Min.
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Lotta hatte ein Geheimnis: Sie war sich ganz sicher, dass unter ihrem Bett ein Monster wohnte. Jeden Abend, wenn das Licht ausging, hörte sie ein leises Rascheln und Schniefen von dort unten. Dann zog sie schnell die Decke über den Kopf und traute sich nicht mehr hervor. „Da unten ist bestimmt ein gruseliges Monster“, flüsterte sie ängstlich.

Was Lotta nicht wusste: Unter ihrem Bett wohnte tatsächlich ein kleines Monster. Es hieß Fussel, war flauschig und blau, hatte drei Augen und einen Ringelschwanz. Doch Fussel war überhaupt nicht gruselig. Im Gegenteil – Fussel hatte selbst schreckliche Angst. Angst wovor? Vor dem großen Mädchen, das da oben im Bett schlief!

„Da oben schläft bestimmt ein gruseliges Riesenmädchen“, dachte Fussel zitternd und kuschelte sich tief in die Staubflusen unter dem Bett. „Wenn es mich entdeckt, jagt es mich bestimmt weg.“ So hatten beide Angst voreinander – das Mädchen vor dem Monster und das Monster vor dem Mädchen –, ohne dass eines davon wusste.

Eines Abends fiel Lottas Lieblings-Kuscheltier, der kleine Stoffhase, vom Bett und kullerte darunter. „Oh nein, mein Hase!“, rief Lotta. Sie brauchte ihn doch zum Einschlafen. Ganz vorsichtig, mit klopfendem Herzen, lugte Lotta unter das Bett – und schaute geradewegs in drei große, ängstliche Monsteraugen. Beide erschraken furchtbar und quietschten vor Schreck.

Doch dann bemerkten sie etwas: Keiner von beiden tat dem anderen etwas. Das Monster zitterte genauso wie Lotta. „Du … du hast ja Angst vor mir“, sagte Lotta überrascht. „Und du vor mir!“, piepste Fussel. Auf einmal mussten beide kichern. „Ich dachte, du wärst ein gruseliges Monster“, sagte Lotta. „Und ich dachte, du wärst ein gruseliges Riesenmädchen“, sagte Fussel.

„Dabei bist du ja ganz flauschig und süß“, sagte Lotta und streichelte vorsichtig Fussels weiches blaues Fell. Fussel schnurrte zufrieden. „Und du bist ganz nett“, sagte das kleine Monster. Es reichte Lotta den heruntergefallenen Stoffhasen. „Hier, den hast du gesucht.“ Lotta strahlte. „Danke, Fussel!“ Von der Angst war auf einmal keine Spur mehr.

Von diesem Abend an waren Lotta und Fussel die besten Freunde. Jeden Abend, wenn das Licht ausging, krabbelte Fussel unter dem Bett hervor, und die beiden spielten noch ein bisschen, erzählten sich Geschichten und kicherten leise. Lotta hatte überhaupt keine Angst mehr vor dem Dunkeln – im Gegenteil, sie freute sich jeden Abend auf ihren flauschigen Freund.

„Gut, dass wir uns getraut haben, hinzuschauen“, sagte Lotta. „Sonst hätten wir beide immer Angst voreinander gehabt.“ Fussel nickte mit allen drei Augen. „Manchmal ist das, wovor man Angst hat, in Wahrheit ganz lieb“, sagte das kleine Monster weise. „Man muss sich nur trauen, es kennenzulernen.“

Am Abend kuschelte sich Lotta in ihr Bett, und Fussel rollte sich in seinem gemütlichen Plätzchen darunter zusammen. „Gute Nacht, Fussel“, flüsterte Lotta und ließ einen Arm zum Boden hängen. „Gute Nacht, Lotta“, piepste Fussel und hielt ihre Hand mit seiner kleinen flauschigen Pfote. Der Mond schien durchs Fenster, alles war warm und sicher, und das Mädchen und das kleine Monster schliefen friedlich ein. Schlaf gut, ihr beiden. Gute Nacht.