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Das kleine Mondkind und das erste Licht

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Hoch oben auf dem Mond, in einer Stadt aus silbernem Staub, lebten die Mondbewohner. Es waren kleine, freundliche Wesen mit weichem, schimmerndem Fell und großen, runden Augen, die im Dunkeln sanft leuchteten. Eines dieser Mondkinder hieß Lumi, und heute war ein ganz besonderer Tag: Zum ersten Mal sollte Lumi helfen, den Mond zum Leuchten zu bringen.

Jeden Abend, wenn auf der Erde die Sonne unterging, mussten die Mondbewohner ihr großes Mondlicht entzünden, damit der Mond hell über der schlafenden Erde leuchtete. „Heute darfst du es zum ersten Mal mit anrichten, Lumi“, sagte die alte Mondhüterin. Lumi war aufgeregt und ein bisschen ängstlich zugleich. „Was, wenn ich es nicht schaffe?“, dachte es.

Die Mondhüterin führte Lumi zum großen Mondkristall in der Mitte der Silberstadt. „Dieser Kristall sammelt das Licht“, erklärte sie. „Wir Mondbewohner müssen ihn mit unserer Wärme zum Leuchten bringen. Leg deine Hände daran, schließ die Augen und denk an etwas, das dein Herz warm macht. Dann wird der Kristall leuchten.“ Lumi schluckte und legte seine kleinen Hände an den kühlen Kristall.

Lumi schloss die Augen und versuchte, an etwas Schönes zu denken. Doch vor lauter Aufregung wollte ihm nichts einfallen, und der Kristall blieb dunkel. „Ich kann es nicht“, sagte Lumi verzagt. „Ich bin bestimmt zu klein dafür.“ Die alte Mondhüterin lächelte sanft. „Hab keine Eile, kleines Lumi“, sagte sie. „Denk nicht an das Leuchten. Denk einfach an etwas, das du von Herzen lieb hast.“

Lumi atmete tief durch und dachte nach. Es dachte an seine Mama, die es jeden Abend in den weichen Mondstaub bettete. Es dachte an seine Freunde, mit denen es über die silbernen Hügel kullerte. Und es dachte an die schlafenden Kinder auf der fernen Erde, denen sein Licht eine gute Nacht schenkte. Bei diesen warmen Gedanken wurde Lumis Herz ganz weich und warm.

Und da geschah es: Unter Lumis Händen begann der Mondkristall sanft zu leuchten, erst ganz schwach, dann immer heller, bis er in warmem, silbernem Licht erstrahlte. „Ich mache es!“, jubelte Lumi. „Der Kristall leuchtet!“ Das silberne Licht strömte hinaus und ließ den ganzen Mond hell erstrahlen, sodass er über der schlafenden Erde funkelte.

Die alte Mondhüterin strahlte vor Stolz. „Wunderbar, Lumi“, sagte sie. „Siehst du? Das Mondlicht kommt nicht aus den Händen, sondern aus dem Herzen. Und dein Herz ist voller Wärme und Liebe. Du bist ein echtes Mondkind.“ Lumi war überglücklich. Es hatte solche Angst gehabt – und es trotzdem geschafft.

Von dieser Nacht an half Lumi jeden Abend mit, den Mond zum Leuchten zu bringen. Und immer, wenn es seine Hände an den Kristall legte, dachte es an all die Kinder auf der Erde, die unter seinem Licht friedlich schliefen. Das machte sein Herz besonders warm, und der Mond leuchtete dann besonders schön.

Am Ende der Nacht, als auf der Erde die Sonne wieder aufging und der Mond ruhen durfte, kuschelte sich Lumi müde und stolz in den weichen, warmen Mondstaub. „Heute habe ich zum ersten Mal den Mond zum Leuchten gebracht“, dachte es glücklich. Die Sterne funkelten rings um den Mond, alles war still und friedlich, und zufrieden schlief das kleine Mondkind Lumi ein. Schlaf gut, Lumi. Gute Nacht.