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Das Hasenkind und die große Wiese

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Am Rand eines großen, weiten Feldes lebte ein kleines Hasenkind namens Mimi mit seiner Familie. Jenseits des vertrauten kleinen Platzes vor dem Bau erstreckte sich eine riesige Wiese, voller spannender Düfte und unbekannter Wege. Mimi war furchtbar neugierig auf die große Wiese. Doch sie war so weit und so offen, dass Mimi sich nicht allein hinaustraute.

„Da draußen könnte alles Mögliche sein“, dachte Mimi ängstlich. „So weit weg vom sicheren Bau.“ Die anderen jungen Hasen hoppelten schon mutig über die ganze Wiese und erlebten Abenteuer. Mimi aber blieb meist nah am Bau und schaute nur sehnsüchtig in die Ferne. „Wie gern würde ich auch die Wiese erkunden“, seufzte sie.

Mama Hase bemerkte Mimis Sehnsucht. „Möchtest du die große Wiese sehen, mein Schatz?“, fragte sie. Mimi nickte. „Aber sie ist so groß, und ich trau mich nicht allein.“ Mama lächelte. „Du musst nicht gleich die ganze Wiese erkunden“, sagte sie. „Wir gehen einfach ein kleines Stück, bis zum ersten Maulwurfshügel. Und wenn du magst, kehren wir wieder um. Ich bin bei dir.“

Gemeinsam hoppelten sie los, bis zum ersten Maulwurfshügel. Mimi schaute sich neugierig um. Hier roch es nach frischem Gras und Klee, und ein bunter Schmetterling tanzte vorbei. „Das ist ja schön hier“, sagte Mimi staunend. „Und gar nicht gruselig.“ „Möchtest du noch ein Stück weiter?“, fragte Mama. Mimi überlegte und nickte tapfer. „Ja, bis zum nächsten Busch.“

Stück für Stück erkundete Mimi die große Wiese, immer ein kleines bisschen weiter. Sie entdeckte einen plätschernden Bach, eine Wiese voller Gänseblümchen und ein gemütliches Versteck unter einem Holunderbusch. Mit jedem Stück, das sie erkundete, wurde ihre Angst kleiner und ihre Neugier größer. „Das macht ja richtig Spaß!“, rief sie.

Nach einer Weile sagte Mama: „Möchtest du das letzte Stück bis zum großen Baum vielleicht allein hoppeln? Ich warte hier und schaue dir zu.“ Mimi zögerte einen Moment. Doch sie hatte schon so viel geschafft. „Ja“, sagte sie mutig. „Ich trau mich.“ Und sie hoppelte ganz allein bis zum großen Baum, schaute sich stolz um und hoppelte wieder zurück zu Mama.

„Ich hab es geschafft!“, rief Mimi überglücklich. „Ich bin ganz allein bis zum Baum gehoppelt!“ Mama strahlte vor Stolz. „Siehst du?“, sagte sie. „Du musstest dich nur Schritt für Schritt herantrauen, und schon hast du die große Wiese erkundet.“ Mimi war so stolz auf sich, dass ihr ganzes Fell vor Freude zu kribbeln schien.

Von diesem Tag an erkundete Mimi die große Wiese mit Begeisterung. Sie kannte bald jeden Pfad, jeden Busch und jedes Versteck und zeigte sie sogar den anderen jungen Hasen. Ihre Angst war einem fröhlichen Entdeckermut gewichen. „Hinter der Angst warten die schönsten Abenteuer“, hatte sie gelernt.

Am Abend, müde von all dem Erkunden, kuschelte sich Mimi zufrieden in den warmen Bau. „Heute habe ich die große Wiese erobert“, dachte sie stolz. Die Sterne funkelten über dem weiten Feld, ein milder Wind strich durchs Gras, und stolz auf ihren Mut schlief das kleine Hasenkind Mimi glücklich ein. Schlaf gut, Mimi. Gute Nacht.