In der weiten Savanne war gerade ein kleines Giraffenbaby zur Welt gekommen. Es hieß Juno und hatte ganz lange, dünne Beinchen, die noch ganz wackelig waren. Juno lag im weichen Gras und schaute mit großen Augen in die Welt. „Komm, mein Schatz“, sagte Mama Giraffe sanft. „Versuch einmal aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen.“
Juno schaute auf seine langen, dünnen Beine und bekam es mit der Angst zu tun. „Die sind so lang und so wackelig“, dachte es. „Was, wenn ich umfalle?“ Vorsichtig stemmte sich Juno hoch, doch sofort zitterten die Beinchen, knickten ein, und – plumps! – saß Juno wieder im Gras. „Ich kann das nicht“, sagte es traurig. „Meine Beine sind viel zu wackelig.“
Mama Giraffe beugte ihren langen Hals herunter und leckte Juno sanft über den Kopf. „Mein Schatz“, sagte sie liebevoll, „jedes Giraffenbaby fällt beim ersten Mal hin. Auch ich bin als Baby immer wieder umgepurzelt. Das gehört dazu. Du musst nur wieder aufstehen und es noch einmal versuchen. Schritt für Schritt wirst du sicherer.“
Juno fasste sich ein Herz und stemmte sich wieder hoch. Diesmal hielt es sich an Mamas kräftigem Bein fest. Die Beinchen zitterten noch, aber Juno blieb stehen. „Ich stehe!“, rief es überrascht. „Wunderbar!“, freute sich Mama. „Und jetzt versuch einen ganz kleinen Schritt. Nur einen. Ich bin direkt neben dir.“
Vorsichtig hob Juno ein Beinchen und setzte es ein kleines Stück nach vorn. Dann das nächste. Es wackelte gewaltig, aber Juno fiel nicht um. „Ich gehe!“, jubelte es. „Schau, Mama, ich mache Schritte!“ Mama Giraffe strahlte vor Stolz. „Siehst du? Ich wusste, dass du es schaffst. Und jetzt noch ein paar Schritte.“
Schritt für Schritt tapste Juno durch das weiche Gras, immer neben Mama her. Mit jedem Schritt wurden die langen Beinchen ein bisschen sicherer, und das Wackeln wurde weniger. Manchmal stolperte Juno noch, aber dann stand es einfach wieder auf und ging weiter. Sein Mut wuchs mit jedem Schritt.
Schon bald konnte Juno richtig laufen, und kurz darauf sogar ein bisschen hüpfen und springen. Es tollte fröhlich durch die Savanne, und seine langen Beine, vor denen es vorhin noch solche Angst gehabt hatte, trugen es nun schnell und sicher. „Ich kann laufen!“, jubelte Juno. „Ich kann es wirklich!“
„Siehst du, mein Schatz“, sagte Mama Giraffe stolz, „du musstest nur den Mut haben, es immer wieder zu versuchen. Hinfallen ist nicht schlimm. Wichtig ist nur, dass man wieder aufsteht.“ Juno nickte und drückte sich glücklich an Mamas warme Seite. Es war so stolz auf sich, dass es vor Freude noch ein paar Sprünge machte.
Am Abend, müde von all dem Üben, legte sich Juno neben Mama ins weiche Gras. „Heute habe ich laufen gelernt“, sagte es verschlafen und stolz. „Das hast du, meine Tapfere“, schnurrte Mama und legte ihren langen Hals schützend über das Kleine. Die Sterne kamen über der Savanne hervor, ein warmer Wind strich durchs Gras, und stolz auf seine ersten Schritte schlief das kleine Giraffenbaby Juno zufrieden ein. Schlaf gut, Juno. Gute Nacht.
