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Das Faultier, das es eilig hatte

Gefühle (Wut/Angst) · Selbstvertrauenab 3 3 Min.
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Hoch oben in den Bäumen des warmen Dschungels lebte das kleine Faultier Filo. Filo machte alles ganz langsam: langsam essen, langsam klettern, langsam blinzeln. So sind Faultiere eben. Doch eines Tages sah Filo die flinken Affen durch die Bäume sausen und dachte: „Ich möchte auch einmal schnell sein!“

„Heute mache ich alles in Eile“, beschloss Filo. Er versuchte, schneller zu klettern. Doch seine Arme bewegten sich nun einmal gemächlich, und je mehr er sich beeilte, desto mehr verhedderte er sich in den Ästen. „Oh je“, seufzte Filo und hing kopfüber fest.

Ein Affe kam vorbei und kicherte. „Was machst du denn da, Filo?“ „Ich übe, schnell zu sein“, sagte Filo ein wenig verlegen. Der Affe lachte freundlich. „Aber warum denn? Du bist ein Faultier. Schnell sein ist gar nicht deine Art.“ Und schwupp, war er auch schon wieder davongesaust.

Filo befreite sich langsam aus den Ästen und ließ sich an seinen Lieblingsast sinken. Beim langsamen Hängen bemerkte er auf einmal Dinge, die die schnellen Affen nie sahen: eine wunderschöne, leuchtend blaue Blüte, die sich gerade öffnete. Einen bunten Schmetterling, der ganz nah an seiner Nase landete.

Er hörte das sanfte Rauschen der Blätter, spürte den warmen Wind und genoss einen reifen, süßen Mango, den er ganz in Ruhe Bissen für Bissen verspeiste. „Mmh“, machte Filo zufrieden. „Wenn ich mich beeile, schmecke ich das ja gar nicht richtig.“

Da verstand Filo: Die Affen sausten so schnell durch den Dschungel, dass sie all diese schönen Dinge verpassten. Er aber, der langsame Filo, hatte alle Zeit der Welt, sie zu genießen. „Langsam zu sein ist gar nicht schlimm“, dachte er glücklich. „Es ist sogar richtig schön.“

Von da an beeilte sich Filo nie wieder. Er ließ sich treiben, beobachtete die Wolken, naschte gemütlich Früchte und freute sich an jeder kleinen Blüte. Die Affen sausten weiter umher, doch Filo lächelte nur. Er war genau richtig, so langsam, wie er war.

Als der Abend kam und der Dschungel ganz ruhig wurde, hängte sich Filo gemütlich an seinen Lieblingsast und ließ sich vom warmen Wind sanft schaukeln. Ganz langsam schloss er seine Augen, eins nach dem anderen. „Schön gemütlich“, gähnte er und schlief seelenruhig ein. Schlaf gut, kleiner Filo.