Im grünen Urzeittal lebte ein kleines Dinokind namens Dodo. Eines Tages, als die Dinofamilie durch den dichten Farnwald wanderte, entdeckte Dodo einen besonders schönen, glitzernden Käfer und lief ihm neugierig hinterher. Es lief und lief – und als es schließlich aufschaute, war die Familie verschwunden. „Mama?“, rief Dodo. „Papa? Wo seid ihr?“ Doch niemand antwortete.
Dodo bekam Angst. Der Farnwald war groß und dicht, und überall sahen die hohen Farne gleich aus. „Ich habe mich verlaufen“, dachte Dodo, und sein kleines Dinoherz klopfte schnell. „Wie finde ich nur zurück?“ Es wollte schon losweinen, doch dann erinnerte es sich an etwas, das Papa ihm einmal gesagt hatte: „Wenn du dich verläufst, schau nach unseren Fußspuren.“
Dodo schaute auf den weichen Boden – und tatsächlich! Im feuchten Schlamm waren große, deutliche Fußabdrücke zu sehen, die Spuren seiner Familie. „Die Fußspuren!“, freute sich Dodo. „Wenn ich ihnen folge, finde ich bestimmt zurück.“ Mit klopfendem Herzen, aber neuem Mut, machte sich Dodo auf den Weg und folgte den großen Spuren.
Schritt für Schritt stapfte Dodo durch den Farnwald, immer den großen Fußabdrücken nach. Manchmal waren die Spuren schwer zu erkennen, wo der Boden hart war, und dann bekam Dodo kurz wieder Angst. Doch es blieb ruhig, schaute genau hin und entdeckte die nächste Spur. „Nur weiter“, sagte es sich mutig. „Eine Spur nach der anderen.“
Unterwegs raschelte es manchmal im Farn, und Dodo erschrak. Doch es atmete tief durch und sagte sich: „Das ist bestimmt nur ein kleines Tier. Ich muss einfach den Spuren folgen.“ Und so ließ es sich nicht beirren und stapfte tapfer weiter, immer den großen Fußabdrücken nach, die ihm den Weg wiesen.
Nach einer Weile wurden die Geräusche vertrauter. Dodo hörte ein leises Brummen und Schnauben, das es kannte. Sein Herz machte einen Freudensprung. „Das ist meine Familie!“, rief es und folgte den Spuren um einen großen Farnbusch herum. Und da – auf einer Lichtung – stand seine ganze Dinofamilie, die schon ganz besorgt nach ihm Ausschau hielt.
„Dodo!“, rief Mama erleichtert und stupste es zärtlich. „Da bist du ja! Wir haben uns solche Sorgen gemacht!“ „Ich habe mich verlaufen“, erzählte Dodo, „aber dann bin ich euren Fußspuren gefolgt, ganz allein, und habe euch wiedergefunden!“ Papa Dino schaute es stolz an. „Das war sehr klug und sehr mutig von dir, Dodo“, sagte er.
Dodo strahlte vor Stolz. „Ich hatte erst solche Angst“, gab es zu, „aber dann bin ich ruhig geblieben und habe den Spuren vertraut.“ „Genau so wird man mutig“, sagte Papa. „Du hast nicht aufgegeben und dir selbst geholfen. Darauf darfst du sehr stolz sein.“ Dodo fühlte sich auf einmal viel größer und mutiger als am Morgen.
Am Abend, müde von seinem großen Abenteuer, kuschelte sich Dodo sicher zwischen seine Eltern ins weiche Moos. „Heute habe ich ganz allein den Weg zurückgefunden“, dachte es stolz. Die Sterne erschienen am Urzeithimmel, ein warmer Wind strich durch die Farne, und stolz auf seinen Mut schlief das kleine Dinokind Dodo zufrieden ein. Schlaf gut, Dodo. Gute Nacht.
