In einem bunten Korallenriff, mitten im warmen, blauen Meer, lebte ein kleiner Clownfisch namens Coco. Coco war orange-weiß gestreift und wohnte zwischen den weichen Armen einer großen Seeanemone. Dort war er sicher und geborgen, denn die Anemone beschützte ihn. Doch Coco wagte sich nie weit hinaus. Die weite Welt des Riffs machte ihm ein bisschen Angst.
„Komm doch mit, Coco!“, riefen die anderen jungen Fische, die fröhlich durch das Riff schwammen. „Es gibt so viel zu entdecken!“ Aber Coco schüttelte den Kopf und zog sich tiefer in seine Anemone zurück. „Hier ist es sicher“, sagte er. „Draußen ist alles so groß und fremd.“ Und so blieb Coco meistens zu Hause, während die anderen die schönsten Abenteuer erlebten.
Eines Tages erzählte ihm sein Freund, ein kleiner blauer Fisch, von einem wunderschönen Ort im Riff: einem Garten aus leuchtenden Korallen, wo das Wasser in allen Farben schimmerte. „Du musst das sehen, Coco!“, schwärmte er. „So etwas Schönes gibt es nirgendwo sonst.“ Coco wurde ganz neugierig. „Aber das ist so weit weg von meiner Anemone“, sagte er zögernd.
„Ich begleite dich“, bot der blaue Fisch an. „Wir schwimmen ganz langsam, und wenn du Angst bekommst, kehren wir um.“ Coco überlegte lange. Die Neugier auf den bunten Korallengarten war groß, aber die Angst auch. Schließlich holte er tief Luft. „Na gut“, sagte er. „Ich versuch es. Aber bleib bitte bei mir.“
Vorsichtig schwamm Coco aus seiner Anemone heraus, weiter, als er sich je getraut hatte. Sein Herz klopfte. Doch je weiter er schwamm, desto mehr Wunderbares entdeckte er: schillernde Muscheln, lustige Seepferdchen, die sich an Grashalmen festhielten, und freundliche Fische, die ihm zuwinkten. „Oh“, staunte Coco. „Das ist ja gar nicht gruselig. Das ist wunderschön.“
Endlich erreichten sie den Korallengarten, und Coco stockte der Atem. Überall leuchteten Korallen in Rot, Gelb, Violett und leuchtendem Grün. Bunte Fische tanzten dazwischen, und das Sonnenlicht malte glitzernde Muster ins Wasser. „So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen!“, rief Coco begeistert. Er schwamm staunend zwischen den Korallen umher und vergaß seine Angst ganz und gar.
Den ganzen Tag erkundete Coco den bunten Korallengarten. Er spielte Verstecken zwischen den Korallen, machte neue Freunde und lachte mehr als je zuvor. „Ich hätte das alles fast verpasst“, dachte er, „nur weil ich zu viel Angst hatte.“ Er war so froh, dass er sich getraut hatte, aus seiner sicheren Anemone herauszuschwimmen.
Als es Abend wurde, schwamm Coco mit seinem Freund zufrieden zurück nach Hause. Seine Anemone war noch immer da, weich und sicher, und Coco kuschelte sich glücklich zwischen ihre Arme. Aber jetzt wusste er: Die weite Welt da draußen war kein Grund zur Angst, sondern voller Wunder, die nur darauf warteten, entdeckt zu werden.
„Morgen schwimme ich wieder hinaus“, dachte Coco zufrieden, „und entdecke noch mehr.“ Das warme Wasser wiegte ihn sanft hin und her, die Anemone hielt ihn geborgen, und über dem Riff wurde das Wasser ganz dunkel und still. Stolz auf seinen Mut und voller Vorfreude auf neue Abenteuer schlief der kleine Clownfisch Coco friedlich ein. Schlaf gut, Coco. Gute Nacht.
