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Bruno Bär und der große Sturm

Mut machen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Tief im Wald, in einer warmen Höhle unter einer alten Eiche, wohnte der kleine Bär Bruno mit seiner Mama. Es war ein gemütlicher Abend, bis am Himmel dunkle Wolken aufzogen. Der Wind wurde immer stärker, und bald heulte er laut um die Bäume. Ein großer Sturm war im Anzug.

Bruno drückte sich ängstlich an seine Mama. Draußen pfiff der Wind, die Äste ächzten, und ab und zu krachte es laut, wenn ein Donner durch den Wald rollte. „Mama, ich habe Angst“, flüsterte Bruno und zog sich die Decke über den Kopf. „Der Sturm ist so laut und wild.“

Mama Bär zog ihn sanft in ihre warmen Arme. „Ich bin ja bei dir, mein Kleiner“, sagte sie ruhig. „Hier in unserer Höhle sind wir sicher und geschützt. Der Sturm kann uns nichts tun. Hör nur – so laut er auch ist, er bleibt draußen.“ Bruno lugte unter der Decke hervor.

„Aber er hört gar nicht mehr auf“, sagte Bruno mit zitternder Stimme, als wieder ein Windstoß an der Höhle rüttelte. Mama Bär lächelte. „Weißt du, jeder Sturm geht einmal vorbei. Auch der wildeste. Komm, ich erzähle dir etwas, dann hören wir gemeinsam zu, wie er sich langsam beruhigt.“

Mama Bär begann mit ruhiger Stimme von den Sternen zu erzählen, die jetzt hinter den Wolken auf ihren Auftritt warteten. Bruno lauschte ihrer warmen Stimme, und nach und nach merkte er gar nicht mehr so sehr auf den Sturm. Sein Herz, das eben noch wild geklopft hatte, wurde langsam ruhiger.

Und tatsächlich: Nach einer Weile wurde das Heulen des Windes leiser. Das laute Krachen rückte in die Ferne. Der Regen, der eben noch gegen die Höhle gepeitscht hatte, tropfte nun nur noch sanft von den Blättern. „Hörst du?“, flüsterte Mama. „Der Sturm zieht weiter. Es wird schon ruhiger.“

Bruno horchte. Mama hatte recht. Aus dem wilden Heulen war ein leises Säuseln geworden, und das sanfte Tropfen klang fast wie ein Schlaflied. „Du hattest recht“, sagte Bruno erleichtert. „Er geht wirklich vorbei.“ Mama nickte. „Das tun alle Stürme, mein Schatz. Man muss nur ruhig bleiben und abwarten.“

Bald war es ganz still draußen. Die Wolken zogen ab, und durch den Höhleneingang blinzelte sogar ein erster Stern hervor. Bruno gähnte. Die Angst war ganz verschwunden, und an ihre Stelle war eine warme, ruhige Müdigkeit getreten.

Sicher in Mamas Armen, in der warmen Höhle, kuschelte sich Bruno tief in sein Bett aus Moos. „Jeder Sturm geht vorbei“, dachte er schläfrig und lächelte. Draußen wachten nun die Sterne über den stillen Wald. Bruno schloss die Augen und schlief friedlich ein. Schlaf gut, kleiner Bruno.