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Biber Bo und der fleißige Tag

Freundschaft · Dankbarkeitab 5 4 Min.
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Biber Bo war der fleißigste Biber am ganzen Fluss. Vom frühen Morgen an arbeitete er: Er fällte Bäume, schleppte Äste und besserte den großen Familiendamm aus. „Ich schaffe das alles allein“, sagte Bo stolz. „Ich brauche keine Hilfe.“ Wenn seine Geschwister ihm helfen wollten, winkte er ab. „Lasst nur, ich mach das schon.“

An einem besonders heißen Tag hatte sich Bo viel vorgenommen. Der Damm musste an mehreren Stellen ausgebessert werden, und ein großer Vorrat an Ästen sollte für den Winter angelegt werden. Bo arbeitete und arbeitete, ganz allein. Er schleppte schwere Äste, stopfte Lücken und tauchte immer wieder hinab. Doch je länger der Tag dauerte, desto müder wurde er.

Am Nachmittag konnte Bo kaum noch die Augen offen halten. Seine Beinchen zitterten, und ein besonders dicker Ast wollte einfach nicht von der Stelle. Er zog und zerrte, aber er war zu erschöpft. „Ich … ich schaffe es nicht mehr“, keuchte Bo und ließ sich entmutigt ins Gras sinken. „Es ist einfach zu viel für mich allein.“

Da kamen seine Geschwister herbeigeschwommen. „Brauchst du Hilfe, Bo?“, fragte seine Schwester Bella freundlich. Bo wollte schon wieder „Nein danke“ sagen. Doch dann schaute er auf den schweren Ast und auf seine müden Pfoten, und diesmal nickte er. „Ja“, sagte er leise. „Ich glaube, ich brauche wirklich Hilfe.“ Bella lächelte. „Na endlich! Gemeinsam geht es viel leichter.“

Und so packten alle mit an. Bella und der kleine Bruder Benji schoben den dicken Ast von der einen Seite, Bo zog von der anderen, und schwupp – schon war der Ast an seinem Platz. „Das ging ja ganz leicht!“, staunte Bo. Gemeinsam machten sie sich an die übrige Arbeit. Einer reichte die Äste, einer verkeilte sie, einer stopfte die Lücken mit Schlamm.

Mit vereinten Kräften ging die Arbeit wie von selbst. Was Bo allein den ganzen Tag gekostet hatte, schafften sie zusammen in kürzester Zeit. Und das Schönste war: Beim gemeinsamen Arbeiten lachten sie, erzählten sich Geschichten und hatten richtig Spaß. „Das macht ja viel mehr Freude als allein“, sagte Bo überrascht.

Als der Damm fertig ausgebessert und der Wintervorrat angelegt war, ließen sich die Bibergeschwister erschöpft, aber glücklich ans Ufer plumpsen. „Danke, dass ihr mir geholfen habt“, sagte Bo. „Ich dachte immer, ich müsste alles allein schaffen. Dabei ist es zusammen viel schöner und leichter.“ Bella stupste ihn liebevoll. „Dafür sind Geschwister doch da“, sagte sie. „Wir helfen einander.“

Bo hatte an diesem Tag etwas Wichtiges gelernt: Es ist keine Schwäche, um Hilfe zu bitten. Im Gegenteil – zusammen ist man stärker, und geteilte Arbeit macht sogar Freude. Von nun an arbeiteten die Bibergeschwister immer gemeinsam, und ihr Damm wurde der schönste und stärkste am ganzen Fluss.

Am Abend, als die Sonne hinter den Bäumen versank, kuschelten sich die müden Biber zufrieden in ihren warmen Bau. „Was für ein schöner, fleißiger Tag“, gähnte Bo. „Und wir haben ihn zusammen geschafft“, murmelte Bella. Das Wasser plätscherte sanft am Damm, die Sterne kamen über dem Fluss hervor, und glücklich und dankbar schlief der kleine Biber Bo zwischen seinen Geschwistern ein. Schlaf gut, Bo. Gute Nacht.