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Ben und das Wettrennen

Gefühle (Wut/Angst) · Freundschaftab 7 4 Min.
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Ben war der schnellste Läufer in seiner Klasse, und er war sehr stolz darauf. Beim großen Sportfest stand das wichtige Wettrennen an, und Ben war sich sicher: „Das gewinne ich. Ich bin schließlich der Schnellste.“ Schon malte er sich aus, wie er als Erster durchs Ziel lief und die Goldmedaille bekam.

Das Rennen begann, und Ben sprintete los, schnell wie der Wind. Doch zu seiner Überraschung lief neben ihm der neue Junge Tom – und Tom war richtig schnell! Kurz vor dem Ziel zog Tom an Ben vorbei und gewann das Rennen. Ben kam als Zweiter ins Ziel. Er konnte es kaum glauben.

Ben war furchtbar enttäuscht. Er hatte verloren – zum ersten Mal! Tränen der Wut und Enttäuschung stiegen ihm in die Augen. „Das ist gemein!“, schimpfte er und stapfte beleidigt zur Seite. Er wollte Tom nicht einmal anschauen und mochte am liebsten gar nicht mehr da sein. „Ich hätte gewinnen müssen“, grummelte er.

Sein Papa kam zu ihm. „Ben, ich sehe, du bist enttäuscht“, sagte er sanft. „Das ist völlig okay. Verlieren tut weh. Aber weißt du was? Verlieren gehört zum Sport dazu. Niemand gewinnt immer. Und Tom hat heute einfach toll gekämpft und fair gewonnen. Das verdient Anerkennung.“ Ben schwieg und dachte nach.

„Aber ich war immer der Schnellste“, sagte Ben leise. „Und das ist auch toll“, sagte Papa. „Aber es gibt immer jemanden, der mal schneller ist. Das ist nicht schlimm. Wichtig ist, wie man verliert – ob man beleidigt ist oder ob man fair bleibt und dem anderen gratuliert.“ Ben schaute zu Tom hinüber, der gerade allein dastand.

Ben holte tief Luft. Dann ging er zu Tom hinüber. „Glückwunsch, Tom“, sagte er und streckte ihm die Hand hin. „Du bist wirklich schnell. Das war ein faires Rennen.“ Tom strahlte und schüttelte seine Hand. „Danke, Ben! Du warst auch superschnell. Es war knapp! Wollen wir mal zusammen trainieren?“ Ben lächelte. „Ja, gern!“

Auf einmal fühlte sich Ben viel besser. Die Enttäuschung war kleiner geworden, und er hatte sogar einen neuen Freund gewonnen. „Verlieren ist gar nicht so schlimm“, merkte er, „wenn man fair bleibt.“ Den Rest des Sportfestes feuerten sich Ben und Tom gegenseitig an und hatten zusammen riesigen Spaß.

Am Abend kuschelte sich Ben ins Bett. „Ich habe zwar nicht gewonnen“, dachte er, „aber ich war fair, und ich habe einen Freund gefunden. Das ist mehr wert als jede Medaille.“ Zufrieden und ein bisschen stolz auf sich schlief Ben ein. Gute Nacht, kleiner Ben.