Es war tiefster Winter, und der große See im Park war zugefroren. Überall liefen Kinder fröhlich auf Schlittschuhen über das glatte Eis und drehten elegante Runden. Ben schaute ihnen sehnsüchtig zu. Zum Geburtstag hatte er glänzende neue Schlittschuhe bekommen, und nun wollte er es auch versuchen. Doch das Eis sah so glatt und rutschig aus.
Vorsichtig betrat Ben das Eis – und schon rutschten seine Füße in alle Richtungen. Wupp, schon saß er auf dem kalten Eis. „Autsch“, murmelte er und rappelte sich auf. Doch kaum stand er, rutschte er wieder aus und plumpste hin. „Das ist ja viel schwerer, als es aussieht“, seufzte Ben. „Ich falle ja dauernd um.“
„Ich kann das nicht“, rief Ben frustriert. Alle anderen Kinder glitten so leicht übers Eis, nur er saß ständig auf dem Hosenboden. Am liebsten hätte er aufgegeben. Da kam sein Papa zu ihm aufs Eis. „Hey, Ben“, sagte er. „Schlittschuhlaufen muss man erst lernen. Auch ich bin als Kind hundertmal hingefallen. Komm, ich helfe dir.“
Papa reichte Ben die Hand. „Beug die Knie ein bisschen und mach ganz kleine Schritte“, sagte er. „Nicht laufen, sondern gleiten. Und schau nach vorn, nicht auf deine Füße.“ Gemeinsam glitten sie langsam über das Eis, Papa hielt Bens Hand. Schritt für Schritt, oder besser Gleiter für Gleiter, wurde Ben ein bisschen sicherer.
„Du machst das super, Ben!“, sagte Papa. Was Ben gar nicht merkte: Papa hatte seine Hand längst losgelassen, und Ben glitt schon ein kleines Stück ganz allein! „Ben, schau – du fährst allein!“, rief Papa. Ben erschrak kurz, ruderte mit den Armen – und blieb tatsächlich auf den Beinen. „Ich fahre!“, jubelte er. „Ich laufe Schlittschuh!“
Klar fiel Ben auch danach noch ab und zu hin. Doch jedes Mal stand er lachend wieder auf und probierte es erneut. „Nicht aufgeben“, sagte er sich, genau wie Papa. Und mit jeder Runde wurde er sicherer und schneller. Bald glitt er schon fröhlich über den See, den kalten Wind im Gesicht, und drehte sogar kleine Kurven.
„Schau mal, wie gut ich das schon kann!“, rief Ben begeistert und sauste an Papa vorbei. „Wunderbar, Ben!“, lachte Papa. „Du bist so oft hingefallen und immer wieder aufgestanden – darauf kannst du stolz sein.“ Ben strahlte. Den ganzen Nachmittag lief er Schlittschuh, mit roten Wangen und einem breiten Lächeln.
Am Abend, müde und glücklich, mit ein paar Schrammen, aber sehr stolz, kuschelte sich Ben ins warme Bett. Seine Schlittschuhe standen glänzend an der Tür. „Wenn man nicht aufgibt“, dachte er zufrieden, „schafft man auch das Schwerste.“ Mit dem schönen Gefühl des Gleitens noch in den Beinen schlief Ben ein. Gute Nacht, mutiger Ben.
