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Affe Bobo und die geteilte Banane

Freundschaft · Dankbarkeitab 3 4 Min.
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Affe Bobo lebte in einem Dschungel voller Bananenstauden und liebte nichts so sehr wie Bananen. Eines Tages jedoch, nach einer langen Trockenzeit, waren fast alle Bananen aufgegessen. Bobo suchte den ganzen Vormittag, bis er hoch oben in einer Staude tatsächlich noch eine einzige, dicke, goldgelbe Banane entdeckte. „Die letzte Banane!“, jubelte er. „Und die gehört ganz allein mir!“

Schnell pflückte Bobo die Banane und versteckte sich damit in einer Astgabel, weit weg von den anderen. „Hier sieht mich niemand“, dachte er und freute sich schon auf den ersten süßen Bissen. Doch gerade als er die Banane schälen wollte, hörte er ein leises Schluchzen vom Nachbarbaum.

Bobo lugte hinüber. Dort saß der kleine Affe Tibo, ganz dünn und mit traurigem Gesicht. „Ich habe seit gestern nichts mehr gefressen“, weinte Tibo leise vor sich hin. „Ich finde einfach keine Bananen mehr.“ Bobo schaute auf seine dicke Banane und dann auf den hungrigen Tibo. „Wenn ich teile“, dachte er, „dann habe ich nur noch eine halbe.“

Einen Moment lang wollte Bobo sich ganz still verhalten, damit Tibo ihn nicht entdeckte. Doch dann meldete sich etwas in seinem Herzen. Er stellte sich vor, wie es wäre, selbst so hungrig und allein zu sein, während ein anderer sich heimlich satt aß. Dieser Gedanke gefiel ihm gar nicht. „Das geht nicht“, sagte Bobo zu sich. „So ein Freund will ich nicht sein.“

Bobo kletterte zu Tibo hinüber. „Hey, Tibo“, sagte er. „Schau mal, was ich gefunden habe. Die letzte Banane. Komm, wir teilen sie.“ Tibos Augen wurden ganz groß. „Wirklich? Du teilst sie mit mir?“ Bobo nickte und schälte die Banane. Sorgfältig brach er sie genau in der Mitte durch und gab Tibo die größere Hälfte.

Gemeinsam saßen die beiden Affen in der Astgabel und aßen ihre Bananenhälften. Und das Merkwürdige war: Bobos halbe Banane schmeckte ihm besser als jede ganze Banane zuvor. Denn neben ihm saß nun ein glücklicher, satter Freund, der ihn dankbar anstrahlte. „Danke, Bobo“, sagte Tibo kauend. „Du bist der beste Affe im ganzen Dschungel.“

„Weißt du“, sagte Bobo, „allein hätte ich die ganze Banane gehabt, aber ich wäre allein gewesen. So habe ich nur die Hälfte – aber dafür einen Freund.“ Tibo nickte glücklich. „Und morgen“, sagte er, „suchen wir gemeinsam nach neuen Bananen. Zu zweit findet man bestimmt mehr.“ Bobo fand die Idee wunderbar.

Und tatsächlich – am nächsten Tag entdeckten die beiden gemeinsam eine ganze Staude voller reifer Bananen, die hinter dichten Blättern versteckt gewesen war. Sie pflückten und schmausten und luden sogar die anderen Affen dazu ein. Aus der geteilten Banane war ein großes, fröhliches Fest geworden.

Am Abend, satt und zufrieden, kuschelten sich Bobo und Tibo nebeneinander in die weichen Blätter. „Geteilt schmeckt alles besser“, gähnte Bobo. „Und mit einem Freund ist alles schöner“, murmelte Tibo. Der Dschungel wurde still, die Sterne leuchteten zwischen den Blättern, und mit einem warmen, vollen Herzen schliefen die beiden Affen glücklich ein. Schlaf gut, Bobo. Schlaf gut, Tibo. Gute Nacht.